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Crash-Gefahr: EZB bereitet sich auf Schock an den Märkten vor

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Die EZB bereitet offenbar ein neues Finanzierungsprogramm für die Euro-Banken vor.

Die EZB bereitet sich lauf Bloomberg auf einen Schock an den Finanzmärkten vor. Ungenannte Quellen sagten der Nachrichtenagentur, dass die EZB ihre TLTRO-Kredite wieder aktivieren könnte, mit denen sich die Banken mit billigen Krediten eindecken können. 

Bloomberg-Analyst Mark Ashworth schreibt: 

„Laut einem Bericht von Bloomberg News wird die Europäische Zentralbank am Donnerstag einräumen, dass ihre eigenen Herabstufungen der Wachstums- und Inflationsprognosen des Euroraums bedeutsam genug sind, um eine Änderung der Geldpolitik zu rechtfertigen.

Dies ist das grüne Licht für eine neue super-billige Finanzierungsrunde für die Banken in der Region, die als gezielte langfristige Finanzierungsoperationen (kurz TLTROs) bezeichnet wird – obwohl ihre tatsächliche Umsetzung erst nach der nächsten Sitzung der EZB im April wahrscheinlich ist. Die Renditen von Euro- und europäischen Staatsanleihen fielen als Reaktion. Dies zeigte sich insbesondere in schwächeren Ländern wie Italien, deren Banken bei der Einführung der neuen TLTRO wahrscheinlich an vorderster Front stehen werden.

Es scheint, dass der besorgniserregende Umfang der Abwärtskorrekturen ausgereicht hat, um die Falken des Regierungsrates wie Bundesbankchef Jens Weidmann mit dem Rest des Regierungsrates (einschließlich EZB-Chef Mario Draghi) in Einklang zu bringen. Sowohl die deutschen als auch die französischen Mitglieder des Bankrats der Bank hatten die lockere Politik etwas zurückgedrängt. Weidmann sagte vor einer Woche, dass „es einen geldpolitischen Grund geben muss“ für die Rückgabe von TLTROs. Nach den Berichten meiner Nachrichtenkollegen scheint er das Licht gesehen zu haben.“

Bereits vor einem Jahr hatte es Spekulationen über einen neuen TLTRO gegeben, der aber dann nicht kam. Mario Draghi hatte damals gesagt, dass es eine neue billige Kreditlinie für die Banken nur geben werde, wenn ein „ernsthafter ökonomischer Schock“ unmittelbar bevorsteht.

Ein aktuelles Problem für viele europäische Banken ist aktuell der Vorwurf der Geldwäsche, der vom US-Investmentbanker Bill Browder erhoben wird. Nach der österreichischen Raiffeisen und der italienischen UniCredit soll nun auch die niederländische ING-Bank betroffen sein, berichtet Bloomberg. Es ist allerdings noch nicht zu erkennen, dass sich die Geldwäsche-Vorwürfe und die Russland-Nähe zu einem systemischen Schock auswachsen können, die das Eingreifen der EZB unabdingbar macht.