Kategorien Energie

Opal Pipeline setzt EU-Urteil um und reduziert Gazprom-Lieferungen

Veröffentlicht am

Die Opal Pipeline reagiert überraschend schnell auf ein EU-Urteil und setzt den Beschluss der Bundesnetzagentur zur Reduktion der Kapazitäten um.

Kassel, 13. September (WNM) – Das Unternehmen teilt dazu mit:

„Gemäß dem Beschluss der Bundesnetzagentur vom 13. September 2019 ist es der OPAL Gastransport GmbH & Co. KG nicht länger erlaubt, die teilregulierten entkoppelten Ein- und Ausspeise-Verbindungskapazitäten in Höhe von 15,86 Mio. kWh/h zu vermarkten sowie jegliche Transporte, welche auf solchen bereits gebuchten Kapazitäten beruhen, durchzuführen. 

Hierzu hat die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG notwendige Maßnahmen eingeleitet, um den Beschluss der Bundesnetzagentur umzusetzen und die Vermarktung und Nutzung der entkoppelten teilregulierten Verbindungskapazitäten zum nächstmöglichen Zeitpunkt einzuschränken. 

Daher ist es ab sofort nicht mehr möglich, teilregulierte entkoppelte Ein- und Ausspeise-Verbindungskapazitäten zu buchen. Die OPAL Gastransport GmbH & Co. KG wird die Nutzung der teilregulierten entkoppelten Ein- und Ausspeise-Verbindungskapazitäten unter Berücksichtigung der technischen Anforderungen und in enger Abstimmung mit den vor- und nachgelagerten Transportnetzbetreibern mit Wirkung zum 14. September 2019, 06:00 Uhr MEST, reduzieren.“

Russland konnte mehrere Jahre lang nur 50 % der Kapazität der Pipeline nutzen, wie im Dritten Energiepaket der EU vorgeschrieben. Gazprom beantragte die Genehmigung zur Nutzung der 100%igen Kapazität der OPAL, da die russische Holdinggesellschaft der einzige Gaslieferant für die Nord Stream-Pipeline ist, die über die OPAL Gas erhält. Im Herbst 2016 erlaubte die EU Gazprom die Teilnahme an Auktionen für das Recht, weitere 40% der Transitkapazitäten von Opal zu nutzen.

Ende 2016 legte Polen jedoch gegen diese Entscheidung Berufung ein und behauptete, dass sie dem Grundsatz der Diversifizierung der Versorgung widerspricht. Polen ist auch der Ansicht, dass die Entscheidung eine Gefahr für eine Unterbrechung oder Einstellung der Lieferungen darstellt, da das Gas durch das Gebiet der Ukraine fließt. Im Sommer 2017 entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf, die im Rahmen der Klage verhängten einstweiligen Maßnahmen gegen die Nutzung der Einrichtungen von Opal durch Gazprom aufzuheben. Polen stellt fest, dass die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs es Gazprom nun nicht ermöglichen wird, den Gastransit durch das Gebiet der Ukraine einzustellen.