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Stilllegung von Nordsee-Ölplattformen wird zu großem finanziellem Risiko

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Ölkonzerne verkaufen Teile ihrer Nordsee-Operationen an kleinere Unternehmen. Die Kosten für die Stilllegung der Ölplattformen könnten sich für diese Firmen aber als zu hoch erweisen. Das Risiko trägt letztendlich der Steuerzahler, schreibt die Financial Times.

oil-industry (wasi1370/Pixabay)

2018 zahlte Royal Dutch Shell in Großbritannien keine Körperschaftssteuern. Shell, der nach den Umsätzen gemessen zweitgrößte Ölproduzent der Welt, erhielt eine Steuer-Rückerstattung für die Stilllegung von Nordsee-Ölplattformen. Das schreibt die Financial Times.

Einige Ölkonzerne haben Teile ihrer Nordsee-Betriebsstätten an kleinere Unternehmen weiterverkauft. Es besteht nun die Gefahr, dass sich die Umweltverpflichtungen im Rahmen von Stilllegungen für diese Firmen als zu groß erweisen. Letztendlich könnten die Zahlungen am Steuerzahler hängen bleiben, schreibt die Financial Times.

Insgesamt könnten die Kosten für die Schließung aller Ölfeldern in der Nordsee bis zu 56 Milliarden Pfund betragen. Das britische National Audit Office geht davon aus, dass die Stilllegung die britischen Steuerzahler mindestens 24 Milliarden Pfund kosten könnte. 

Die Stilllegungs-Aktivitäten in der Nordsee stehen noch ziemlich am Anfang. Die Steuer-Rückerstattung, die Shell für das Jahr 2018 erhielt, ergab sich durch den Abbau von Teilen des Brent-Feldes. 

Große Konzerne wie Shell, BP und Total haben die finanziellen Mittel, um diese Art von Kosten zu stemmen. Kleinere Unternehmen könnten damit aber ihre Probleme haben.

Serica Energy hatte beispielsweise Anfang letzten Jahres Anteile an drei Feldern in der Nordsee von BP gekauft. BP erklärte sich aber damit einverstanden, einen Großteil der künftigen Stilllegungskosten zu übernehmen. Die britische Öl- und Gasbehörde lobte den Deal damals als „innovativ“. Serica hat einen Marktkapitalisierung von nur knapp über 300 Millionen Pfund.