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US-Truppen ziehen aus Syrien ab, machen Weg frei für Türkei

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In Syrien deutet sich eine signifikante Verschiebung der Kräfteverhältnisse ab.

Damaskus/Ankara, 7. Oktober (WNM) – US-Truppen haben offenbar begonnen, sich aus Teilen Ostsyriens zurückzuziehen. Dort will die Türkei einmarschieren. US-Präsident Donald Trump hat dem türkischen Präsidenten Erdogan zuvor grünes Licht für eine Invasion gegeben. 

Betroffen von dem Abzug und dem möglicherweise bevorstehenden  Angriff der türkischen Armee ist unter anderem die sogenannte „Syrische Demokratische Armee“ (SDF), eine Söldnertruppe, die bisher von den USA finanziert und politisch unterstützt wurde.

Die SDF teilen in einem Statement ab Montag mit, dass die US-Truppen abziehen:

„Trotz aller Anstrengungen, die wir unternommen haben, um Konflikte zu vermeiden, unser Engagement für das Sicherheitsmechanismus-Abkommen und die notwendigen Schritte auf unserer Seite, haben die US-Streitkräfte ihre Verantwortung nicht wahrgenommen und sich aus den Grenzgebieten zur Türkei zurückgezogen.

Der unprovozierte Angriff der Türkei auf unsere Gebiete wird sich negativ auf unseren Kampf gegen den IS und die Stabilität und den Frieden auswirken, die wir in den letzten Jahren in der Region geschaffen haben. Als syrische demokratische Streitkräfte sind wir entschlossen, unser Land um jeden Preis zu verteidigen. Wir rufen unsere Kurden, Araber, Assyrer und Syrer dazu auf, ihre Einheit zu stärken und der SDF bei der Verteidigung ihres Landes beizustehen.“

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kurdish Hawar haben die US-Truppen am Montag ihre Positionen in den Städten Ras al-Ayn und Tal Abyad geräumt. Das berichtet der vom Kreml finanzierte Sender RT. Die AFP bestätigt die Räumung unter Verweis auf dem britischen Geheimdienst zuzuordnende Quellen. 

Ein offizielles Statement von Russland liegt noch nicht vor. Dies deutet darauf hin, dass die Operation mit Moskau abgesprochen ist. Russland kontrolliert den syrischen Luftraum – ohne die Tolerierung der Russischen Armee sind Truppenbewegungen faktisch nicht möglich. 

Der türkische Außenminister Cavusoglu hob im Kurzbotschaftendienst Twitter die „Entschlossenheit“ seines Landes hervor, die Region von „Terroristen zu säubern“. Seit Beginn des Syrien-Krieges habe die Türkei die „territoriale Integrität“ Syriens unterstützt, betonte Cavusoglu. Dies werde seine Regierung weiterhin tun. „Wir werden dazu beitragen, Ruhe, Frieden und Stabilität in die Region zu bringen“.