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Krieg um Wasser: Frühwarnsystem kann Konfliktherde vorhersagen

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Forscher haben ein Frühwarnsystem entwickelt, mit dem potenzielle Konflikte um Wasser vorhergesagt werden können. Gewaltaktionen im Zusammenhang mit Wasserknappheit werden global immer häufiger.

AMSTERDAM, 10. Januar (WNM/Guardian) -Forscher haben ein Frühwarnsystem entwickelt, mit dem potenzielle Konflikte um Wasser vorhergesagt werden können. Gewaltaktionen im Zusammenhang mit Wasserknappheit werden global immer häufiger. 

Das von der niederländischen Regierung finanzierte globale Frühwarnsystem für Wasser, Frieden und Sicherheit (WPS) kombiniert Umweltvariablen wie Regenfälle und Ernteausfälle mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, um das Risiko gewaltsamer Konflikte um Wasser bis zu ein Jahr im Voraus vorherzusagen. Das schreibt der Guardian (https://www.theguardian.com/global-development/2020/jan/08/water-wars-early-warning-tool-uses-climate-data-to-predict-conflict-hotspots).

Es ist das erste Instrument dieser Art, das neben sozioökonomischen Variablen auch Umweltdaten wie Niederschlag und Dürre berücksichtigt. Das ist eine Kombination, die den bisherigen Instrumenten zur Vorhersage von Wasserkonflikten fehlte. Es steht der Öffentlichkeit online zur Verfügung, zielt jedoch insbesondere auf die Sensibilisierung der politischen Entscheidungsträger sowie der Menschen in Regionen mit Wassermangel ab. 

Das Tool hat bereits Konflikte vorhergesagt, die im Jahr 2020 im Irak, Iran, Mali, Nigeria, Indien und Pakistan auftreten könnten. Die Entwickler sprechen von einer Erfolgsquote von 86 Prozent bei der Identifizierung von Konfliktzonen, in denen mindestens zehn Todesopfer zu beklagen sein könnten. Das Frühwarnsystem konzentriert sich derzeit auf die Hotspots in Afrika, im Nahen Osten und in Südostasien. 

Die wachsende weltweite Nachfrage nach Wasser führt immer wieder zu Spannungen – zwischen Gemeinden, zwischen Bauern und Stadtbewohnern, zwischen Menschen und Regierungen. Es wird erwartet, dass die Spannungen zunehmen, da die Wasserknappheit für mehr Menschen eine traurige Realität werden wird. Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten bis 2050 bis zu fünf Milliarden Menschen unter Wasserknappheit leiden. 

„Das Modell des maschinellen Lernens ist darauf trainiert, Muster anhand von historischen Daten zu gewaltsamen Konflikten, politischen, sozialen, wirtschaftlichen und demografischen Risiken zu identifizieren“, sagte Charles Iceland, Senior Water Expert am World Resources Institute, dem Guardian. „Insgesamt werden über 80 Indikatoren betrachtet, die bis zu 20 Jahre zurückreichen.“

Das WPS-Tool wurde in Zusammenarbeit zwischen dem niederländischen Außenministerium und Deltares, IHE Delft, International Alert, dem Haager Zentrum für strategische Studien, Wetlands International und dem World Resources Institute entwickelt.