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Russische Roboter planen mit Schweizer Hilfe „Invasion“ in Europa

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Eine russische Software-Firma und ein Schweizer Technologie-Unternehmen werden gemeinsam tausende Roboter im Service-Bereich in Europa zum Einsatz bringen.

Moskau/Uzwil, 27. September (WNM) – Europa werde bald eine „Invasion“ von russischen Robotern erleben, heißt es ziemlich spektakulär in einer Pressemitteilung von Promobot, eines russischen Herstellers autonomer Serviceroboter. Die Ankündigung bezieht sich allerdings nicht auf eine neue Etappe des Kalten Kriegs, sondern auf einen Großauftrag, den das Unternehmen mit dem Schweizer Unternehmen Advanced Robotics unterzeichnet hat.

Mit dem Auftrag über 18,5 Millionen Euro wird Promobot zum exklusiven Hersteller für Advanced Robotics, wobei das Unternehmen bis 2024 rund 1.000 Roboter bauen und an europäische Staaten vertreiben wird.

Sogenannte „Promobots“ sind bereits weltweit im Einsatz arbeiten bereits in 35 Ländern als Administratoren, Berater, Förderer und Führer in Geschäften, Museen, Banken, Einkaufszentren und Regierungsbüros. Sie werden von einer Vielzahl wichtiger Institutionen genutzt, darunter die Bank of Oman, das Dubai-Einkaufszentrum, die Moskauer U-Bahn, der Flughafen Baltimore, IKEA-Geschäfte und medizinische Kliniken in Kuwait und Israel, so Industry Europe.

In einer Pressemitteilung sagte Aleksei Iuzhakov, Präsident des Verwaltungsrates von Promobot: „Es ist wichtig, dass wir nicht nur Roboter verkaufen, sondern im Voraus wissen, welche Anwendungsfälle erforderlich sind, in welche Geschäftsprozesse Roboter eingebaut werden und wer der Endkunde des Produkts ist.“

„Wir sind sehr verantwortungsbewusst bei unserer Partnerwahl, wenn es um exklusive Rechte geht – insbesondere wenn wir über ein solches Volumen von Ländern sprechen. Wir haben unseren Partnern immerhin die Rechte für ganz Europa gegeben. Es ist wichtig, dass wir nicht nur Roboter verkauft haben, sondern im Voraus wussten, welche Anwendungsfälle erforderlich sind, in welche Geschäftsprozesse Roboter eingebaut werden und wer der Endkunde des Produkts ist. Speziell für diesen Auftrag haben wir für unsere Partner eine einzigartige Software entwickelt, mit der alle auf dieser Partnerlinie laufenden Roboter ausgestattet werden. Mit dieser Software und der Funktionalität von Promobot konnten unsere Partner Verhandlungen mit bekannten Marken aufnehmen – zum Beispiel mit dem deutschen Netzwerk Media Markt. Wir hätten der Übertragung von Exklusivrechten nicht zugestimmt, wenn wir zusammen mit dem Partner die Zukunft nicht gesehen hätten, die Endkunden nicht gekannt hätten, nicht an den Vertrag geglaubt hätten. Exklusivität ja – aber nur unter bestimmten Verpflichtungen. Das ist uns wichtig“, sagte Iuzhakov.

Gabriel Gantner, CEO von Advanced Robotics, sagte: „Während die meisten Analoga [derzeit auf dem Markt] nichts anderes als Gadgets zu sein scheinen, verfügt Promobot über das Potenzial, dem Unternehmen echte Vorteile zu bringen. Fortschrittliche Roboter-KI, strukturelle Merkmale und Funktionen übertreffen oftmals ähnliche Produkte auf dem Robotermarkt.“

„Wir planen, interaktive Anwendungen zu starten, die teilweise offline funktionieren und teilweise von einer Person über einen Telepresence-Service gesteuert werden. Wir werden Anwendungen für einen Robot Concierge, Ausstellungsmitarbeiter und andere Service-Positionen entwickeln.“

„Heute werden Roboter in Europa praktisch nicht verwendet, daher sehen wir ein großes Entwicklungspotential. Wir glauben, dass Promobot AI in den nächsten fünf Jahren so entwickelt wird, dass es in der Lage ist“, echten  menschlichen „Mitarbeitern und in Europa erhebliche Unterstützung zu bieten.“ Einige Aspekte ersetzen sie sogar. Wir befinden uns bereits in Gesprächen mit europäischen Coworking- und Business-Center-Ketten, Einzelhändlern und Flughäfen“, sagte Gantner.