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H&M-finanziertes Startup senkt Wasser und Chemie-Verbrauch beim Färben von Textilien

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Ein britisches Biotech-Startup entwickelt eine Methode zum Färben von Textilien, die die leuchtenden Farben von Vögeln und Schmetterlingen durch Mikroorganismen auf Stoffen nachbildet. Damit könne der Wasser- und Schwerchemikalien-Verbrauch drastisch reduziert werden.

STOCKHOLM/NORWICH, 30. November (WNM/Reuters) – Ein britisches Biotech-Startup entwickelt eine Methode zum Färben von Textilien, die die leuchtenden Farben von Vögeln und Schmetterlingen durch Mikroorganismen auf Stoffen nachbildet. Damit könne der Wasser- und Schwerchemikalien-Verbrauch drastisch reduziert werden. Colorifix wird vom schwedischen Modekonzern H&M teilweise finanziert. 

„Wir nutzen die Fähigkeit von Mikroben, ein Pigment auf Stoff auszuscheiden und dort festzuhalten“, sagte Jim Ajioka, Chief Scientific Officer von Colorifix. 

Das übliche Färben mit synthetischen Pigmenten braucht große Konzentrationen gefährlicher Chemikalien wie Chrom und andere Schwermetallsalze und verbraucht eine große Menge an Energie und Wasser, wobei das kontaminierte Abwasser wieder eine große Verschmutzungsquelle ist. 

Colorifix sagte, dass deren Methode keine gefährlichen Chemikalien verwendet und den Wasserverbrauch um bis zu 90% senkt und bei niedrigeren Temperaturen durchgeführt wird als das übliche Färben. 

Colorifix nimmt ein Farbgen aus der Natur und fügt es in eine Bakterienzelle ein, um es mit der Farbe aufzufüllen und es zu duplizieren. Beim Färben springen dann Zellen auf den Stoff und setzen den Farbstoff frei. Anschließend wird die Lösung kurz erhitzt, um die Zellen abzutöten. 

„Die H&M-Gruppe und Colorifix waren diesen Sommer in Indien, um gemeinsam mit unserer Produktionsorganisation zu überlegen, wie wir die Technologie so entwickeln können, dass sie auch in unserer Produktion genutzt werden kann“, sagte H&M-Sprecherin Jeanette Mattsson. „Angesichts unserer Größe ist aber noch mehr Arbeit erforderlich, um eine skalierbare Lösung auf den Weg zu bringen.“