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Europäer recyceln weniger als ein Drittel des eigenen Plastikmülls

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Weltweit werden jährlich 348 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Europa recycelt nur 30 Prozent der Plastikabfälle. Diese werden zwar gesammelt und behandelt, aber nicht vollständig in das Produktionssystem zurückgeführt, analysiert die Daten-Plattform Statista.

HAMBURG, 11. Dezember (WNM/Statista) – Weltweit werden jährlich 348 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, verglichen mit 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950. Europa recycelt nur 30 Prozent der Plastikabfälle. Diese werden zwar gesammelt und behandelt, aber nicht vollständig in das Produktionssystem zurückgeführt. Das hat die Daten-Plattform Statista analysiert. 

Allein Europa produziert 60 Millionen Tonnen Plastik. Drastische Maßnahmen der Europäischen Umweltagentur (EUA) waren entscheidend bei der Verringerung potenziell ruinöser Müllerzeugung. Die Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, den Einsatz von Einwegplastik und Verpackungen zu reduzieren, da diese den Hauptanteil am Plastikmüll ausmachen. Die Daten zeigen erhebliche Unterschiede beim Umgang mit Müll in ausgewählten EU-Ländern auf. In Deutschland beispielsweise landen nur 0,1 Prozent der Plastikverpackungen auf Deponien, während Spanien 38,2 Prozent der Verpackungen auf Deponien meldet.

Dass China die Einfuhr ausländischer Plastikabfälle 2018 verbat, könnte massive Folgen für den Handel mit Plastik haben. Das Verbot zwang westliche Länder, ihre Recycling-Planung zu überdenken. Laut Prognosen der Georgia University müssen bis 2030 fast 111 Millionen Tonnen Plastikabfälle weltweit anderswo verarbeitet werden, sollte China die Plastik-Entsorgung weiterhin verbieten.

Weggeworfenes Plastik zerfällt zu kleinen Partikeln, die die Umwelt verunreinigen. Das Mikroplastik landet in den Ozeanen, in den Organen von Fischen und der menschlichen Nahrungskette. Auch wird es absichtlich einer langen Liste von Inhaltsstoffen in der Kosmetikindustrie hinzugefügt. Ein Großteil der Kleidung wird zudem aus synthetischem Gewebe hergestellt. Auch dies enthält Plastik-Mikrofasern, die zusätzlich im Abwasser landen, schreibt Statista.