Kategorien Umwelt

Harvard-Studie: Plastik-Weichmacher zerstören die DNA

Veröffentlicht am

Eine aktuelle Studie zeigt, wie eine weit verbreitete Chemikalie zu Störungen in der Zellteilung, und damit der Fortpflanzung, führt.

rubber duck (Semevent from Pixabay)

BOSTON, 13. Januar (WNM/The Harvard Gazette) – Forscher der Harvard Medical School und des New York State Department of Health haben herausgefunden, wie ein oft eingesetzter Weichmacher, der mit menschlichen Fortpflanzungsstörungen in Verbindung gebracht wird, Schäden auf molekularer Ebene verursacht. Das berichtet The Harvard Gazette (https://news.harvard.edu/gazette/story/2020/01/plastic-additive-linked-to-excessive-reproductive-abnormalities/).

Seit Jahren verbinden Wissenschaftler den Kontakt mit DEHP – eine Chemikalie, die vielen Kunststoffen beigemischt wird, um diese flexibel zu machen – mit einem erhöhten Risiko für Gesundheitsprobleme, einschließlich reproduktiver Anomalien wie Geburtsschäden und männlicher Unfruchtbarkeit. 

Verschiedene US-Bundes- und Landesbehörden hatten bereits darauf reagiert, indem sie Gesetze verabschiedeten, die den erlaubten Prozentsatz von DEHP und anderen Phthalaten in Kinderspielzeug, Lebensmittelverpackungen, Trinkwasser und anderen Dingen begrenzten. Trotzdem wird DEHP auch heute noch in vielen Produkten des täglichen Bedarfs wie Medizinprodukten, Regenbekleidung oder Shampoo eingesetzt. 

Monica Colaiácovo, Professorin für Genetik am Blavatnik-Institut der Harvard Medical School, und Kollegen haben in ihrer Studie „Caenorhabditis elegans“ eingesetzt – das sind Würmer, die ein gängiger Modellorganismus für das Studium der Humangenetik und -biologie sind. 

Die Ergebnisse zeigen, dass DEHP die Meiose – also die Art der Zellteilung, die zu Eizellen und Spermien führt – auf verschiedene Weise stört. Das kann wiederum zu Defekten während der Eizellenbildung und einer sehr frühen Embryonalentwicklung führen. 

„Das sind völlig neue Erkenntnisse, die hoffentlich Aufschluss darüber geben, wie sich dieses Phthalat auf die menschliche Fortpflanzung auswirkt“, sagte die leitende Studien-Autorin Colaiácovo The Harvard Gazette. 

Die Erkenntnisse könnten Auswirkungen auf Schwangere oder Frauen im gebärfähigen Alter haben, aber auch auf die Regulierung von DEHP und anderen Phthalaten, sowie auf die weitere Entwicklung von „grünen Chemikalien“, die Phthalate ersetzen sollen.