Abholzung der europäischen Wälder hat massiv zugenommen

| 5. September 2020, 6:15
Abholzung (Pok Rie from Pexels)

LONDON, 4. September (WNM/Nature) – Europa hat in den vergangenen Jahren immer größere werdende Waldflächen durch Abholzung verloren, zeigen Daten. Dadurch wird die Kohlenstoffabsorptionskapazität des Kontinents verringert. 

Viele der Wälder der EU, die rund 38 Prozent der Landfläche ausmachen, werden für die Holzproduktion bewirtschaftet und somit regelmäßig abgeholzt. Laut Satellitendaten stieg der Rückgang an Biomasse im Zeitraum von 2016 bis 2018 im Vergleich zum Zeitraum von 2011 bis 2015 um 69 Prozent. Die Waldfläche nahm im gleichen Vergleich, der in der Zeitschrift Nature Research veröffentlicht wurde, um 49% zu. 

Dies deutet darauf hin, dass in kurzer Zeit viel mehr abgeholzt wurde – und das selbst wenn natürliche Zyklen und die Auswirkungen von Ereignissen wie Waldbrände und starker Schnee berücksichtigt werden. 

Der Grund dafür liegt wohl in der gestiegenen Nachfrage nach Holz als Brennstoff und für Holzprodukte insgesamt. Die Satellitendaten könnten ein Frühindikator dafür sein, dass die Wälder der EU nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. 

Der Verlust an Waldbestand ist in Schweden am stärksten – auf das Land entfielen 29 Prozent des Abholzungsanstiegs. Auf Finnland entfielen 22 Prozent. Viel weniger betroffen waren etwa Polen, Spanien, Lettland, Portugal und Estland, die zusammen etwa 30 Prozent des Anstiegs in den 26 untersuchten Ländern ausmachten. 

Die Wälder gleichen etwa 10 Prozent der Treibhausgasemissionen der EU aus. Da die abgeholzten Flächen wahrscheinlich neu bepflanzt werden, wird das neue Wachstum weiterhin Kohlendioxid aus der Atmosphäre absorbieren, sodass die Kohlenstoffbilanz Europas auf lange Sicht möglicherweise nicht stark beeinträchtigt sein wird. 

Die Forscher sagten jedoch, es sei wichtig herauszufinden, warum die Abholzung so plötzlich zugenommen habe. Die Studie könne die Ursachen für die Zunahme nicht definitiv bestimmen, daher seien weitere Untersuchungen erforderlich.