Studie: Corona-Viren befinden sich auf verschmutzten Partikeln in der Luft

| 30. April 2020, 9:14

BERGAMO, 29. April (WNM) - Der allgemeine Konsens unter COVID-19-Experten besteht weiterhin darin, dass die primäre Methode der SARS-CoV-2-Übertragung über Atemtröpfchen erfolgt. Die Rolle anderer Übertragungsarten wird jedoch noch untersucht. 

In einer in Italien durchgeführten Studie wurde das Vorhandensein von SARS-CoV-2-RNA in Luftverschmutzungs-Partikeln festgestellt (https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.15.20065995v2). 

Die Partikel, die zur Luftverschmutzung beitragen, können eingeatmet werden, was eine zusätzliche Möglichkeit einer SARS-CoV-2-Infektion darstellen könnte. 

"In dieser Studie wurde weder die Lebensfähigkeit des in der Luftverschmutzung nachgewiesenen Virus bewertet, noch das Potenzial dieser Expositionsroute für eine Infektion. 

In früheren Mitteilungen haben wir die Möglichkeit angenommen, dass das SARS-CoV-2-Virus während der Ausbreitung der Infektion auf Partikeln (PM) vorhanden sein könnte, was mit bereits für andere Viren verfügbaren Beweisen übereinstimmt. Hier präsentieren wir die ersten Ergebnisse der Analysen, die wir an 34 PM10-Proben von PM10 im Freien bzw. an der frischen Luft an einem Industriestandort in der Provinz Bergamo durchgeführt haben, die vom 21. Februar bis 13. März über einen Zeitraum von drei Wochen mit zwei verschiedenen Luftprobenehmern gesammelt wurden. 

Wir können bestätigen, dass das Vorhandensein von SARS-CoV-2-Virus-RNA durch den Nachweis eines hochspezifischen RtDR-Gens auf 8 Filtern in zwei parallelen PCR-Analysen hinreichend nachgewiesen wurde. 

Dies ist der erste vorläufige Beweis dafür, dass SARS-CoV-2-RNA auf Partikeln im Freien vorhanden sein kann, was darauf hindeutet, dass SARS-CoV-2 unter atmosphärischen Stabilitätsbedingungen und hohen PM-Konzentrationen Cluster mit PM im Freien und durch PM bilden könnte. Durch die Verringerung ihres Diffusionskoeffizienten wird die Persistenz des Virus in der Atmosphäre erhöht. 

Weitere Bestätigungen dieser vorläufigen Beweise sind noch nicht abgeschlossen und sollten eine Echtzeitbewertung der Vitalität des SARS-CoV-2 sowie seiner Virulenz bei Adsorption an Partikeln umfassen. 

Gegenwärtig können keine Annahmen hinsichtlich der Korrelation zwischen dem Vorhandensein des Virus auf PM und dem Fortschreiten des COVID-19-Ausbruchs getroffen werden. Andere Probleme, die speziell angegangen werden müssen, sind die durchschnittlichen PM-Konzentrationen, die möglicherweise für einen möglichen Boost-Effekt der Ansteckung erforderlich sind (falls bestätigt wird, dass PM als Träger für die viralen Tröpfchenkerne fungieren könnte) oder sogar die theoretische Möglichkeit einer daraus resultierenden Immunisierung zu minimalen Dosisexpositionen bei niedrigeren PM-Schwellenwerten."