In Entwicklungsländern sterben mehr junge Menschen am Coronavirus

| 28. Mai 2020, 9:11
Brasilien (Caio from Pexels)

WASHINGTON, 28. Mai (WNM/Johns Hopkins Center for Health Security) - Covid-19 breitet sich mittlerweile weit über China, Europa und die USA hinaus aus - einschließlich nach Brasilien, Chile, Peru und Mexiko. Damit scheint sich auch das Risikoprofil des Virus zu verschieben, schreibt die Washington Post (https://www.washingtonpost.com/world/the_americas/coronavirus-brazil-killing-young-developing-world/2020/05/22/f76d83e8-99e9-11ea-ad79-eef7cd734641_story.html).

Schwere Fälle und Todesfälle wurden in vielen Ländern, die zu Beginn der Pandemie betroffen waren, tendenziell bei älteren Patienten gemeldet. Nun melden Entwicklungsländer zunehmend schwere Fälle und Todesfälle auch bei jüngeren Menschen. 

Wie die Abbildung zeigt (https://ourworldindata.org/grapher/case-fatality-rate-of-covid-19-vs-median-age), weisen die meisten Länder in Afrika, Südamerika und Asien ein niedrigeres Durchschnittsalter bei Covid-19-Patienten auf. So waren 15 Prozent der Covid-19-Todesfälle in Brasilien bei Patienten unter 50 Jahren zu verzeichnen, und fast ein Viertel der Todesfälle in Mexiko waren zwischen 25 und 49 Jahre alt. 

Diese Zahlen sind um ein Vielfaches höher als in anderen stark betroffenen Ländern wie Spanien und Italien. Eine Vielzahl von Faktoren - darunter eine hohe Bevölkerungsdichte, allgegenwärtige Armut, eine hohe Prävalenz von Komorbiditäten (z. B. Diabetes, Fettleibigkeit) und ein schlechter Zugang zur Gesundheitsversorgung - könnten zu einer Verlagerung hin zu schwereren Krankheiten bei jüngeren Menschen beitragen. 

Da sich die Covid-19-Verbreitung in Richtung Entwicklungsländer verlagert, ist es wichtig, alle relevanten Risikofaktoren zu berücksichtigen, einschließlich derer, die über die Gesundheit und Demografie der Patienten hinausgehen, um das Covid-19-Risiko wirksam zu mindern, schreibt das Johns Hopkins Center for Health Security.