Studie beweist: Schlechte Luft führt zu mehr Corona-Infektionen

| 15. Juli 2020, 7:00
Smog in Deutschland (Foto-Rabe from Pixabay)

LONDON, 15. Juli (WNM/Guardian) - Es gibt „überzeugende“ Beweise dafür, dass Luftverschmutzung Coronavirus-Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle deutlich erhöht. Das zeigt die bislang detaillierteste und umfassendste Analyse, berichtet der Guardian.

Die Forschung zeigt, dass ein kleiner Anstieg der langfristigen Aussetzung von Menschen mit Verschmutzungspartikeln um eine Einheit die Infektionsrate um etwa 10 Prozent und die Todesfälle um 15 Prozent erhöht. Die Studie berücksichtigte mehr als 20 andere Faktoren, darunter durchschnittliche Bevölkerungsdichte, Alter, Haushaltsgröße, Beruf und Fettleibigkeit. 

Die Untersuchung des Corona-Ausbruchs in den Niederlanden ist einzigartig, da die Luftverschmutzung aufgrund der intensiven Tierhaltung nicht in Städten, sondern in einigen ländlichen Gebieten am schlimmsten ist. Dadurch kann ein „Großstadteffekt“ ausgeschlossen werden. 

Den Wissenschaftlern ist klar, dass sie keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und schlimmeren Auswirkungen auf das Coronavirus nachgewiesen haben. Ein schlüssiger Beweis wird nur mit großen Datenmengen zu einzelnen Personen erbracht, die noch nicht verfügbar sind - und nicht mit Durchschnittsdaten für Regionen, wie sie in der Analyse verwendet wurden. 

Viele Wissenschaftler sind sich aber einig, dass Luftverschmutzung wahrscheinlich die Anzahl und Schwere von Covid-19-Infektionen erhöht, da bereits bekannt ist, dass schmutzige Luft die Lunge entzündet und Atemwegserkrankungen und Herzerkrankungen verursacht, die Menschen anfälliger machen. Aber nicht alle Wissenschaftler sind sich einig, dass die bisherigen Beweise gut genug sind, um eine große Wirkung zu zeigen. 

„Was mich beeindruckt hat, war, dass wirklich eine starke Korrelation da war“, sagte Matthew Cole, der die Forschung mit seinen Kollegen Ceren Ozgen und Eric Strobl an der Universität von Birmingham, Großbritannien, durchführte, dem Guardian. 

Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Studien wurden die Ergebnisse von unabhängigen Wissenschaftlern geprüft und zur Veröffentlichung in der Zeitschrift Environmental and Resource Economics angenommen. 

Das Team kam zu dem Schluss: „Anhand detaillierter Daten finden wir überzeugende Hinweise auf einen positiven Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und insbesondere [Feinpartikel-] Konzentrationen sowie Covid-19-Fällen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. Diese Beziehung bleibt auch nach Kontrolle einer Vielzahl von erklärenden [Faktoren] bestehen.“