Preise für Schutzmasken aus China für Deutschland stiegen um das Zwölffache

| 15. Oktober 2020, 9:50
Schutzmasken (Markus Winkler from Pixabay)

KIEL, 15. Oktober (WNM/Institut für Weltwirtschaft/Mathias Rauck) – Beziehungspflege zu China zahlt sich aus. Etwa eine Städte- und Provinzpartnerschaft, enge Geschäftsbeziehungen oder die Unterstützung des Landes beim Kampf gegen die Corona-Pandemie dort zu Jahresanfang. Länder mit einer oder mehrerer dieser Verbindungen hatten bei der Belieferung mit Schutzmasken und anderen knappen kritischen Medizingütern während des weltweiten Corona-Ausbruchs im Frühjahr deutliche Vorteile. Dies gilt sowohl für kommerzielle Exporte, als auch für chinesische Hilfslieferungen. Eine Städte- oder Provinzpartnerschaft mit China zahlte sich in einer Verdopplung von Hilfslieferungen aus.

Dies geht aus einem aktuellen Kiel Policy Brief hervor, in dem die Autoren Mengen und Preise kritischer medizinischer Güter in den Monaten März und April in diesem und im vergangenen Jahr verglichen haben.

„Die Daten zeigen die außerordentlich wichtige Rolle persönlicher Beziehungen in der chinesischen Kultur, das sogenannte Guanxi, sei es auf wirtschaftlicher oder auf politischer Ebene“, sagte Fuchs.

Unter den 15 größten Importeuren kritischer Medizingüter finden sich laut Studie neben stark betroffenen und bevölkerungsreichen Staaten wie den USA, Italien oder Spanien auch zahlreiche Länder, die nur verhältnismäßig geringe Infektionszahlen und Todesraten aufwiesen, wie etwa Japan, Korea, Singapur, Malaysia, aber auch Deutschland. Gleichzeitig nutzten chinesische Unternehmen die hohe Nachfrage und Zahlungsbereitschaft der Industrieländer, um teilweise drastische Preiserhöhungen durchzusetzen.

Bei Atemschutzmasken mussten europäische Länder die höchsten Preissteigerungen akzeptieren. Die importierten Mengen stiegen dagegen in Russland und in benachbarten asiatischen Staaten im Verhältnis am stärksten. Die Preise für Schutzmasken aus China für Deutschland, Frankreich und Spanien stiegen um rund das Zwölffache, für Italien um das knapp 16-fache. Die importieren Mengen legten um mehr als das Doppelte zu, in Italien verdreifachten sie sich.

Dagegen stieg die Menge importierter Masken in Russland um das Sechsfache, in Singapur um das Fünffache, in Malaysia um das Dreieinhalbfache und in Japan um rund das Zweieinhalbfache. Alle vier Länder waren im März und April kaum von der Corona-Pandemie betroffen und mussten im Vergleich zu Deutschland oder Italien weniger drastische Preiserhöhungen akzeptieren, rund das Fünffache, Russland das Achtfache.

Quelle: Kiel Policy Brief