China: Auf Corona-Stillstand folgt Immobilien-Preisverfall

| 19. März 2020, 13:01
high-rise-buildings-at-daytime-722218 (Andrea Piacquadio from Pexels)

PEKING, 19. März (WNM/Financial Times/Caixin) - Die Immobilienverkäufe in China gingen im Februar um fast 40 Prozent zurück. S&P berichtet, dass die Immobilienverkäufe in diesem Jahr um 20 Prozent sinken könnten, falls die Auswirkungen des Stillstands auch noch im April zu spüren sind. Das schreibt die Financial Times.

Die Stilllegung des Lebens in China aufgrund des Coronavirus führt nun nach und nach zu so genannten Dominoeffekten. Besonders gefährdet ist der Immobiliensektor, der bis zu 25 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht. 

Damit entsteht ein wachsendes Risiko auf dem Offshore-Dollar-Markt, auf dem Immobilienentwickler bedeutende Kreditnehmer waren. Fitch warnte bereits vor möglichen Ausfällen. Es ist auch unklar, ob die lokalen Behörden viel Unterstützung leisten können, da deren Abhängigkeit von Einnahmen aus Grundstücksverkäufen dazu führt, dass ihre eigene Position schwächer wird. 

Das Risiko konzentriert sich auf den enormen Anstieg der Unternehmensverschuldung seit der globalen Finanzkrise. Chinas Immobiliensektor ist das Epizentrum dieser Schuldenpolitik. 

Die Verkäufe der 100 größten Immobilienentwickler Chinas gingen im Februar um 44 Prozent zurück, und Caixin berichtet, dass in der Zeit von Januar bis Februar über 100 Bauherren Konkurs anmelden mussten. Eigentlich ist der Jahresbeginn eine der geschäftigsten Zeiten für Immobilienverkäufe. 

Ebenso besorgniserregend ist, dass der größte Entwickler, Evergrande, sich dem Trend widersetzte – dies klappt aber nur, weil dieser die Preise im Februar um 25 Prozent senkte und diesen Monat 22 Prozent reduzierte.

Es gibt derzeit nur wenige Anzeichen für einen anhaltenden Aufschwung. S&P berichtet, dass die Baustarts von Januar bis Februar um 45 Prozent zurückgegangen sind. S&P sagte auch, dass die Immobilienverkäufe in diesem Jahr um 20 Prozent sinken könnten, wenn die Auswirkungen der Stillegungen im April noch zu spüren sind.