Bill Gates will mit chemischer Wolke Klima-Wandel stoppen

| 9. September 2019, 10:29

Seattle, 9. September (WNM) - Bill Gates unterstützt das erste Experiment  eines radikalen Ansatzes im Bereich des sogenannten „Solar Geoengineering“. Mit dem in großer Höhe durchgeführten Experiment sollen die Auswirkungen eines riesigen Vulkanausbruchs simuliert werden. Tausende Flugzeuge würden in großer Höhe fliegen und Millionen Tonnen Partikel auf den Planeten sprühen. Mit diesem Material soll eine massive chemische Wolke erzeugt werden, die die Oberfläche abkühlen könnte.

Universitäten beschäftigen sich verstärkt mit dem Ansatz: Am Dienstag wird in Stanford eine Konferenz zu Solar Geoengineering eröffnet. Harvard treibt das Thema seit einiger Zeit voran. Die internationale Finanzierung hat sich allerdings verschoben: Während bis vor kurzem auch noch Deutschland Millionen-Beträge aufbrachte, liegt die Finanzierung aktuell vor allem in den Händen der US-Regierung.

„Modellstudien haben gezeigt, dass es die Intensität von Hitzewellen verringern könnte, anscheinend könnte es zum Beispiel die Geschwindigkeit des Anstiegs des Meeresspiegels verringern. Dies könnte die Intensität tropischer Stürme verringern “, sagte Andy Parker, Projektleiter bei der Solar Radiation Management Governance Initiative, dem US-Sender CNBC.

Die Technologie ist ihren Verfechtern zufolge vor allem billig. Der Einsatz ist vergleichsweise einfach und kann ohne Innovationen erfolgen. Die Methode kann jedoch zu massiven Änderungen der regionalen Wetterbedingungen führen und den blauen Himmel auslöschen, befürchten Kritiker.

„Diese Konsequenzen könnten schrecklich sein. Sie könnten Dinge wie Massenhunger, Massenüberschwemmungen und Dürrekatastrophen mit sich bringen, von denen sehr große Bevölkerungsgruppen betroffen sind “, sagte Stephen Gardiner, Autor von„ A Perfect Moral Storm: Die ethische Tragödie des Klimawandels“, dem Sender CNBC.

Eine offene Frage sind vor allem die Nebenwirkungen: Laut Modellberechnungen hätte die Wolke unterschiedliche Wirkungen: In China würde es heißer und trockener werden, in Indien dagegen würden die Überflutung ansteigen. Der Einsatz der Technologie könnte also zu internationalen Spannungen bis hin zum Krieg führen.