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Goldman sagt „goldenes Zeitalter“ für klimafreundliche Aktien voraus

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Goldman Sachs und BofA erwarten eine gute Performance von Aktien von Energieversorgern, die den Klimawandel in den Fokus genommen haben.

Singapur, 6. Oktober (WNM) – Goldman Sachs und BofA erwarten eine gute Performance von Aktien von Energieversorgern, die den Klimawandel in den Fokus genommen haben. 

Die Besorgnis über eine konjunkturelle Abkühlung hat die Aktienmärkte  in den vergangenen drei Tagen hart getroffen. Inmitten des Absturzes erging es den Versorgungsunternehmen, die als sicherer wahrgenommen wurden, besser als anderen, analysiert die Business Times aus Singapur. Obwohl der Sektor im Jahresverlauf um 17 Prozent zulegte, gab es Gewinner und Verlierer. Insbesondere erneuerbare Energien haben eine Outperformance erzielt, da viele europäische Regierungen versuchen, die Ausgaben zur Bekämpfung des Klimawandels zu steigern.

Nach Ansicht von Merrill Lynch, Bank of America, unterstützen staatliche Maßnahmen auf globaler Ebene zunehmend Net-Zero-Carbon-Ziele und untermauern damit die Wachstumsambitionen von Energieversorgern wie Orsted, RWE, Enel, SSE und EDPR, die von strukturell wachsenden Investitionspipelines profitieren sollen. Die Analysten schätzen, dass erneuerbare Unternehmen in ein „goldenes Zeitalter“ eintreten werden, in dem sich die Investitionen von derzeit 60 Milliarden Euro pro Jahr verdoppeln werden.

Die Analysten von Goldman Sachs waren sich einig und sagten bereits im August, dass „Climate Champions“ von einem beispiellosen Wachstum bis 2030 profitieren werden, ein Aufruf, den sie vergangene Woche nach der Bekanntgabe des deutschen Klimapakets bekräftigten. Sie prognostizieren eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 9 bis 12 Prozent für diese Aktien. In einem stark fragmentierten Markt für erneuerbare Energien hat Goldman eine klare Präferenz für die folgenden Versorgungsunternehmen: RWE, Orsted, EDP, EDPR, Enel, SSE und Iberdrola. Sie sehen den „bahnbrechenden“ deutschen Plan als „Blaupause“ für den Rest der Welt.

Die Bewertung könnte die Anleger jedoch abschrecken. Orsted und EDPR sind die beiden größten reinen Aktien der Branche, aber auch die teuersten. Insgesamt haben die Analysten nach der jüngsten Rally im Durchschnitt Probleme, nach oben für erneuerbare Energien zu suchen. Die UBS-Analysten äußerten sich letzten Monat vorsichtig gegenüber Orsted und Iberdrola und sagten, dass die Fundamentaldaten keine Unterstützung mehr bieten. Sie bevorzugen andere Spieler wie Enel und RWE.

Auch für die deutschen Energieversorger könnte Vorsicht geboten sein, da die Regierung in ihrem Budget weniger Geld für die Schließung von Kohlekraftwerken bereitstellte, als die Unternehmen, deren Eigentümer sie erwartet hatten.

Laut BofA ist der Klimawandel nach wie vor die wichtigste ESG-Frage für Investoren. Sie schätzen, dass Vermögenswerte in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar allein in den USA an ESG-Strategien gebunden sind, während 3 Billionen US-Dollar derzeit den Klimawandel und den CO2-Fußabdruck als eines der ESG-Kriterien für ihren Investitionsprozess verwenden.

Unter den europäischen Ländern, die sich auf die Bekämpfung des Klimawandels konzentrieren, hat Deutschland bereits angekündigt, mehr als 100 Milliarden Euro für die Reduzierung der CO2-Emissionen zwischen 2020 und 2030 auszugeben, die Hälfte davon in den ersten drei Jahren.

Nach Einschätzung von BofA-Analysten müssen 77 Länder ihre derzeitige Kapazität für erneuerbare Projekte verdreifachen, da bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen zugesagt wurden, und 87 große Unternehmen mit einer ähnlichen Zusage, da mehr als 75 GW Ökostromabnahmeverträge abgeschlossen wurden. sollte generiert werden.