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Britische Museen stoppen Werbung von BP wegen Klimakrise

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Die National Galleries of Scotland haben die werbliche Zusammenarbeit mit BP beendet. Die Kultureinrichtungen sehen eine Assoziation mit dem Mineralölunternehmen als „Widerspruch“ in der Bewältigung der Klimakrise. BP kritisiert eine zunehmende Polarisierung der Debatten.

London, 19. November (WNM) – Die National Galleries of Scotland (NGS) haben die werbliche Zusammenarbeit mit dem Mineralölunternehmen BP mit der Begründung der „Verantwortung, alles zu tun, um den Klimanotstand zu bekämpfen“, beendet (https://www.nationalgalleries.org/art-and-artists/features/announcement-bp-portrait-award-2019):

In den National Galleries of Scotland erkennen wir an, dass wir die Verantwortung haben, alles zu tun, um den Klimanotstand zu bekämpfen. Für viele Menschen steht die Verbindung dieses Wettbewerbs mit BP im Widerspruch zu diesem Ziel.

Aus diesem Grund haben die Trustees der National Galleries of Scotland nach sorgfältiger Prüfung entschieden, dass diese Ausstellung zum letzten Mal in der jetzigen Form in den Galerien gezeigt wird.

Die Ausstellung war im Laufe der Jahre bei neuen und bestehenden Besuchern äußerst beliebt. Wir danken der National Portrait Gallery in London und BP für die Gelegenheit, durch den Wettbewerb und die Ausstellung junge Talente zu inspirieren und Porträtkünstler aus der ganzen Welt zu fördern.

BP ist seit über fünf Jahrzehnten einer der bedeutendsten Kapitalgeber im Bereich Kunst und Kultur in Großbritannien (https://www.bp.com/en/global/corporate/who-we-are/sponsorship/uk-arts-and-culture.html).

Die Royal Shakespeare Company (RSC) hatte bereits im Oktober angekündigt, Werbe-Aktivitäten mit BP zum 31. Dezember 2019 wegen Klimabedenken zu beenden. Vor vier Jahren beendeten das Tate und das Edinburgh International Festival langjährige Sponsoring-Partnerschaften mit dem Unternehmen.

BP erwägt, die Werbe-Finanzierung führender Kulturinstitutionen wie des Royal Opera House und der National Portrait Gallery einzustellen. Im Oktober brachte BP seine Enttäuschung über die RSC-Entscheidung zum Ausdruck, kritisierte eine zunehmende Polarisierung der Debatten und „Versuche, Unternehmen auszuschließen, die sich für echte Fortschritte einsetzen“ (https://www.bp.com/en/global/corporate/news-and-insights/press-releases/bp-statement-in-response-to-rsc-ending-our-partnership-early.html):

Wir sind enttäuscht, dass dies ein erfolgreiches Programm vorzeitig beenden wird. In den letzten acht Jahren konnten 80.000 junge Menschen dank unserer Patenschaft RSC-Aufführungen zu ermäßigten Preisen sehen. Unsere Unterstützung für die Künste in Großbritannien hat Millionen von Menschen während mehr als 50 Jahren Zugang zu Weltklasse-Veranstaltungen ermöglicht. Dies alles ist Teil unserer Verpflichtung, den Gemeinden, in denen wir leben und arbeiten, etwas zurückzugeben.

Wir sind bestürzt, weil wir viele der Bedenken teilen, die anscheinend zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Wir sind uns bewusst, dass sich die Welt auf einem nicht-nachhaltigen Weg befindet und sich in den kommenden Jahrzehnten schnell in Richtung Null-Emissionen entwicklen muss. Die Debatte dreht sich darum, wie dies gleichzeitig mit einem wachsenden, weltweiten Energiebedarf erreicht werden kann. BP konzentriert sich auf diese doppelte Herausforderung. Wir haben ehrgeizige Pläne für die Zukunft und freuen uns die Energie, die wir produzieren, sauberer und besser zu machen.

Ironischerweise ist die zunehmende Polarisierung der Debatten und der Versuch, Unternehmen, die echte Fortschritte erzielen wollen, auszuschließen, genau das, was nicht gebraucht wird. Diese globale Herausforderung erfordert, dass alle – Unternehmen, Regierungen und Einzelpersonen – zusammenarbeiten, um eine CO2-arme Zukunft zu ermöglichen.