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Zügelpinguine in der Antarktis sterben langsam aus

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Einzelne Pinguin-Kolonien in der Antarktis sind in den vergangenen 50 Jahren um rund 60 Prozent eingebrochen. Das zeigen aktuelle Untersuchungen.

OFF ANVERS ISLAND, Antarktis (WNM/Reuters/Greenpeace) – Einzelne Pinguin-Kolonien in der Antarktis sind in den vergangenen 50 Jahren um rund 60 Prozent eingebrochen. Das zeigen aktuelle Untersuchungen. 

Ein Forschungsteam hatte Zügelpinguine auf der nordostantarktischen Insel Elephant Island untersucht. Der dramatische Rückgang der Zügelpinguine liegt unter anderem an der Klimakrise: Denn verschwindet das Eis, schrumpfen die Krillbestände. Tiere wie Pinguine verlieren ihre Hauptnahrungsquelle. 

 „Der dramatische Rückgang der Pinguin-Kolonien zeigt, dass sich das Ökosystem des Südlichen Ozeans grundlegend verändert hat. Das wirkt sich auf die Nahrungsversorgung der Zügelpinguine aus – und alle uns vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass dafür die Klimakrise verantwortlich ist”, erklärt Dr. Heather J. Lynch, eine der Leiterinnen des Forschungsteams und Assistenzprofessorin an der Stony Brook University.

Bei der letzten Erhebung der Zügelpinguine auf Elephant Island im Jahr 1971 wurden noch 122.550 Brutpaare gezählt. Mittlerweile sind nur noch 52.786 übrig. Eine spezifische Kolonie ging sogar um 77 Prozent zurück.

Erst vergangene Woche wurden auf der antarktischen Halbinsel 18,3 Grad Celsius gemessen – das war der wärmste Tag in der argentinischen Antarktis seit Beginn der Messungen. 

Greenpeace fordert, dass bis 2020 ein effektives Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen ausverhandelt wird, mit dem Meeresschutzgebiete für Pinguine und andere Meerestiere ermöglicht werden könnten.