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Klimawandel: Risiko für Finanzwelt beträgt eine Billion US-Dollar

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Der Finanzsektor riskiert weltweit Verluste von bis zu einer Billion US-Dollar, wenn dieser nicht schnell auf den Klimawandel reagiert und von der möglichen Einführung einer Kohlenstoffsteuer betroffen ist. Das zeigt ein aktueller Bericht der Beratung Oliver Wyman.

LONDON (WNM/Reuters/Iain Withers) – Der Finanzsektor riskiert weltweit Verluste von bis zu einer Billion US-Dollar, wenn dieser nicht schnell auf den Klimawandel reagiert und von der möglichen Einführung einer Kohlenstoffsteuer betroffen ist. Das zeigt ein aktueller Bericht der Beratung Oliver Wyman.

Der Bericht von Oliver Wyman untermauert den Druck auf die Branche, die Bemühungen um eine bessere Kapitalallokation bei der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu beschleunigen. 

Finanzunternehmen müssten ihr Engagement in „schmutzige“ Industrien wie Öl und Gas berechnen und reduzieren, heißt es in dem Bericht. 

Angesichts der Besorgnis über die Höhe des potenziellen klimabedingten Kreditrisikos in den Bilanzen der Kreditgeber werden Banken in Ländern wie Großbritannien und Frankreich in Kürze zusätzlich finanziellen Belastungsprüfungen ausgesetzt sein. 

Die Analyse von Oliver Wyman ergab, dass die Einführung einer Kohlendioxidsteuern in Höhe von 50 US-Dollar pro Tonne Kohlendioxid in zwei der umweltschädlichsten Branchen – der Stromerzeugung sowie Öl und Gas – zu geschätzten Kreditverlusten zwischen 50 und 300 Milliarden US-Dollar in beiden Sektoren führen würde. 

Die Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen in den Sektoren erhöhe sich für die am stärksten betroffenen Unternehmen um das Zwei- bis Dreifache, so der Bericht. Durch die Extrapolation auf alle Branchen sagte das Beratungsunternehmen, dass die Verluste eine Billion US-Dollar erreichen könnten. 

Das Risiko für Unternehmen, dass eine solche Steuer tatsächlich eingehoben wird, ist real. Die Hälfte aller Unterzeichner des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 gab an, aktiv über eine Kohlenstoffsteuer nachzudenken, so die Weltbank. 

„Unsere Analyse zeigt, dass es starke wirtschaftliche Gründe gibt, um zu handeln – die finanziellen Risiken sind wesentlich und müssen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden“, sagte James Davis, Partner bei Oliver Wyman. „Dies ist eine Chance für die Branche, führend zu sein.“ 

Oliver Wyman stellte außerdem fest, dass nur wenige Unternehmen der Finanzbranche – darunter Versicherer und Vermögensverwalter – Klimarisiken auf granularer Ebene modellierten.