Klimaschutz: Norddeutsche glauben nicht an politische Umsetzung

| 28. Mai 2020, 8:19

HAMBURG, 28. Mai (WNM/Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg/Katharina Jeorgakopulos) – Die norddeutsche Bevölkerung steht dem politischen Handeln im Rahmen des Klimawandels skeptisch gegenüber, zeigt eine am CC4E der HAW Hamburg durchgeführte repräsentative Studie. Mehr als 84 Prozent der Befragten ist vom Klimawandel beunruhigt, rund zwei Drittel bemängelt aber eine fehlende Entschlossenheit von Seiten der Politik für eine positive Energiewende.

In Zeiten der Corona-Krise bleibt das Thema Klimaschutz auch weiterhin eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Akzeptanz der Bevölkerung für erneuerbare Energien zeigen, dass Umwelt- und Klimaschutz in der norddeutschen Bevölkerung auf Platz 1 der Top Themen liegt. Die repräsentative Studie wurde im Verbundprojekt NEW 4.0 – Norddeutsche Energiewende gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos Ende 2019 durchgeführt und befragte 1.000 Personen aus der NEW 4.0-Modellregion Hamburg und Schleswig-Holstein.

Jedoch zeigt die Akzeptanzstudie von NEW 4.0 auch, dass es eine ansteigende Skepsis gegenüber der Erreichung der Ziele einer Energiewende gibt. So geben 65 Prozent der Befragten an, dass sie mit der Glaubwürdigkeit der politischen Zielsetzungen nicht zufrieden sind. 60 Prozent kritisieren die mangelnde Geschwindigkeit der Umsetzung und 55 Prozent sind unzufrieden mit dem Engagement der politischen Akteure.

„Unsere Umfrage zeigt, dass der Klimaschutz für die Menschen wichtig ist, viele hegen allerdings eine große Unzufriedenheit bezüglich der aktuellen politischen Handlungen“, so Prof. Dr. Werner Beba, Koordinator von NEW 4.0 und Leiter des Competence Center für Erneuerbare Energien & EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg. „Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, auch immer mehr Unternehmen fordern deshalb ein entschlosseneres Auftreten beim Klimaschutz. Die große politische und gesellschaftliche Solidarität, die uns beim Umgang mit der Corona-Krise eint, benötigen wir auch für den Klimaschutz und die Energiewende.“