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Forscher warnen vor sinkender Wiederverwendung natürlicher Ressourcen weltweit

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Der Anteil an Rohstoffen, die weltweit wiederverwendet werden, ist gesunken. Forscher warnen vor einer „globalen Katastrophe“, da der jährliche Verbrauch natürlicher Ressourcen zum ersten Mal auf 100 Milliarden Tonnen angestiegen sei.

KUALA LUMPUR, 23. Januar (WNM/Reuters/Michael Taylor) – Der Anteil an Rohstoffen, die weltweit wiederverwendet werden, ist gesunken. Forscher warnen vor einer „globalen Katastrophe“, da der jährliche Verbrauch natürlicher Ressourcen zum ersten Mal auf 100 Milliarden Tonnen angestiegen sei.

Laut einem Bericht des Sozialunternehmens Circle Economy wurden 2017 lediglich 8,6 Prozent der insgesamt 100 Milliarden Tonnen Materialien – darunter Mineralien, Metalle, fossile Brennstoffe und Biomasse – wiederverwendet. Vor zwei Jahren seien noch 9,1 Prozent der Materialien dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt worden. Damals lag der jährliche Verbrauch bei 93 Milliarden Tonnen, sagte der österreichische Circle Economy-CEO Harald Friedl zu Reuters. 

„Zum ersten Mal in der Geschichte gelangen jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Tonnen an Materialien in die Weltwirtschaft“, sagte er. „Wir entwickeln uns hinsichtlich der Zirkularität immer schlechter. Das sind dramatische Neuigkeiten zu Beginn dieses Jahres, die nur auf eine Sache hinweisen: Handlungsbedarf.“ 

Um die Emissionen von Abfällen und die Erderwärmung zu reduzieren und den Klimawandel einzudämmen sollten die Volkswirtschaften versuchen, durch die Wiederverwendung und das Recycling von Produkten „zirkular“ zu werden – also eine Art „Kreislaufwirtschaft“ umzusetzen, sagen Umweltschutz-Organisationen. 

Die Menge an Materialien, die die Welt verwendet, habe sich seit 1970 verdreifacht und könnte sich bis 2050 erneut verdoppeln, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Das schätzen die Vereinten Nationen. 

Laut Friedl verlässt sich die Welt in erster Linie auf die Gewinnung von Rohstoffen, um das Wachstum voranzutreiben, anstatt die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. 

„Wir riskieren eine globale Katastrophe, wenn wir die Ressourcen der Welt weiterhin unbegrenzt nutzen“, sagte er und forderte schnellere Maßnahmen. 

Die Regierungen müssten den Wandel in ihren eigenen Volkswirtschaften anführen, indem sie bei Kreislaufstrategien, mit Unternehmen, Umweltschutz-Organisationen und Wissenschaftlern zusammenarbeiten und nationale Fahrpläne erstellen. 

Bisher haben 13 europäische Länder solche Fahrpläne verabschiedet. Im Jahr 2019 hat Kolumbien als erstes lateinamerikanisches Land eine ähnliche Politik auf den Weg gebracht, heißt es in dem Bericht. 

Regierungen, Forscher und Unternehmen, die an einer Kreislaufwirtschaft arbeiten, sollten Daten über Lieferketten, Emissionen und Materialgewinnung austauschen, sagte Friedl. 

Das würde es einfacher machen, Chancen zu erkennen und die Volkswirtschaften bei der Umstellung auf ein nachhaltigeres Modell zu unterstützen, sagte er zu Reuters.