Messungen: Corona-Stillstand senkt die Luftverschmutzung weltweit

| 24. März 2020, 0:10

LONDON, 23. März (WNM/Guardian) - Die weltweite Coronavirus-Pandemie hat zum teilweisen Stillstand der industriellen Produktion geführt und dadurch vorübergehend die Luftverschmutzung auf der ganzen Welt gesenkt. Das zeigen Satellitenbilder der Europäischen Weltraumorganisation. 

Ein Experte sagte zum Guardian, die plötzlichen Änderungen seien das „größte Experiment aller Zeiten“ hinsichtlich einer Reduzierung der Industrie-Emissionen. 

Die Messwerte des ESA-Satelliten Sentinel-5P zeigen, dass der Stickstoffdioxidgehalt (NO2) in Städten und Industriegegenden in Asien und Europa in den vergangenen sechs Wochen deutlich niedriger waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 

Stickstoffdioxid entsteht durch Auto-Motoren, Kraftwerke und anderen industrielle Prozessen und soll Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern. 

Paul Monks, Professor für Luftverschmutzung an der Universität von Leicester, sagte zum Guardian, dass es wichtige Lektionen zu lernen gäbe: „Wir führen jetzt versehentlich das größte jemals durchgeführte Experiment durch“, sagte er. „Bekommen wir gerade zu sehen, wie die Zukunft aussehen könnte, wenn wir zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft übergehen? Das alles könnte uns die Hoffnung geben, was alles erreichbar ist“.

Monks sagte, dass eine Verringerung der Luftverschmutzung einige gesundheitliche Vorteile bringen könnte, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass diese den Verlust von Menschenleben durch den Virus ausgleichen. 

„Es ist durchaus wahrscheinlich, dass eine Verringerung der Luftverschmutzung für Menschen mit Vorerkrankungen von Vorteil sein kann, beispielsweise für Asthmatiker“, sagte er. „Es könnte die Ausbreitung von Krankheiten verringern. Ein hohes Maß an Luftverschmutzung verschärft die Virusaufnahme, da sie die Immunität schwächt.“ Die Landwirtschaft könnte auch davon profitieren, weil die Umweltverschmutzung das Pflanzenwachstum bremst, fügte er hinzu.