Forscher warnen: Abholzung der Wälder wird „noch weitere Pandemien auslösen“

| 31. August 2020, 0:10
chimpanzees (Public Domain Pictures)

NEW YORK CITY, 30. August (WNM/Guardian) - Wissenschaftler warnen die Staats- und Regierungschefs der Welt davor, dass immer mehr tödliche neue Pandemien den Planeten treffen werden, wenn die Abholzung und der Verlust der biologischen Vielfalt im selben Tempo fortgesetzt werden. Das berichtet der Guardian.

Auf einem UN-Gipfel, der nächsten Monat in New York City stattfinden soll, wird von Naturschützern und Biologen aufgezeigt werden, dass es nun eindeutige Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und dem vermehrten Auftreten tödlicher neuer Krankheiten wie Covid-19 gibt. 

Die grassierende Abholzung, die unkontrollierte Ausweitung der Landwirtschaft, der Bau von Minen in abgelegenen Regionen sowie die Ausbeutung wilder Tiere als Nahrungsquelle, traditionelle Medikamente und exotische Haustiere sorgen für einen „perfekten Sturm“ für die Ausbreitung von Krankheiten von Wildtieren auf Menschen. 

Fast ein Drittel aller neu auftretenden Krankheiten seien durch veränderte Landnutzung entstanden, sagen die Wissenschaftler. Infolgedessen könnten bald fünf oder sechs neue Epidemien pro Jahr die Bevölkerung der Erde treffen. 

„Es gibt jetzt eine ganze Reihe von Aktivitäten - illegaler Holzeinschlag, Rodung und Bergbau - mit dem damit verbundenen internationalen Handel mit Buschfleisch und exotischen Haustieren, die diese Krise verursacht haben", sagte Stuart Pimm, Professor für Naturschutz an der Duke University. „Im Fall von Covid-19 hat es die Welt Billionen Dollar gekostet und bereits fast eine Million Menschen getötet, so dass eindeutig dringende Maßnahmen erforderlich sind." 

Es wird geschätzt, dass jedes Jahr zig Millionen Hektar Regenwald planiert werden, um Palmen, Farmrinder, Öl zu fördern und Zugang zu Minen und Mineralvorkommen zu erhalten. Dies führt zur weit verbreiteten Zerstörung von Vegetation und Wildtieren, in denen unzählige Arten von Viren und Bakterien beheimatet sind, die der Wissenschaft noch unbekannt sind. Diese Mikroben können dann versehentlich neue Wirte wie Menschen und Nutztiere infizieren. 

Solche Ereignisse werden als „Spillover“ bezeichnet. Entscheidend ist, dass Viren, die in ihren neuen menschlichen Wirten gedeihen, andere Individuen infizieren können. Dies ist als Übertragung bekannt und das Ergebnis kann eine neue, aufkommende Krankheit sein. 

Ein Beispiel für solche Ereignisse ist das HIV-Virus, das sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Schimpansen und Gorillas, die in Westafrika wegen Buschfleisch geschlachtet wurden, auf Menschen ausbreitete und seitdem den Tod von mehr als 10 Millionen Menschen verursacht hat. Andere Beispiele sind das Ebola-Fieber, das von Fledermäusen an Primaten und Menschen weitergegeben wird; die Schweinegrippe-Epidemie von 2009 und das Covid-19-Virus, das ursprünglich von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

Quelle: Guardian