Kategorien Automobil, Klima

Volkswagen und Daimler wollen „nachhaltigeres“ Lithium aus Chile

Veröffentlicht am

Volkswagen und Daimler haben eine Studie beauftragt, um den „nachhaltigeren“ Lithiumabbau in Chile voranzutreiben, schreibt Reuters. Der Grund seien Nachhaltigkeits-Risiken in der Lieferkette im Rahmen des kommenden Elektroauto-Booms.

SANTIAGO, 12. Februar (WNM/Reuters/Dave Sherwood) – Volkswagen und Daimler haben eine Studie beauftragt, um den „nachhaltigeren“ Lithiumabbau in Chile voranzutreiben, schreibt Reuters. Der Grund seien Nachhaltigkeits-Risiken in der Lieferkette im Rahmen des kommenden Elektroauto-Booms. 

Der Atacama-Salzsee in Chile ist die mit Abstand größte Bezugsquelle für das ultraleichte Batteriemetall im sogenannten „Lithium-Dreieck“ in Südamerika. In der Region, deren fragiles Ökosystem auf eine begrenzte Wasserversorgung angewiesen ist, sind die beiden weltweit größten Produzenten, die in den USA ansässige Albemarle Corp und die chilenische SQM, beheimatet. 

Das Thema Nachhaltigkeit ist dort nicht neu, so sorgen sich Anwohner und Umweltgruppen schon länger um mögliche Schäden in einem regionalen Ökosystem, in dem eine alte indigene Kultur beheimatet ist, Lagunen, in denen seltene Flamingos leben, und eine boomende Tourismusbranche. 

Lobbying-Aufzeichnungen zeigen, dass ein Team der deutschen Entwicklungsagentur GIZ und der Fundacion Chile sich Anfang dieses Jahres mit Cristóbal De La Maza, Chef der obersten chilenischen Umweltbehörde SMA, getroffen hat, um Pläne für eine „Machbarkeitsstudie“ vorzulegen.

„Dieses Projekt wird von den Unternehmen Volkswagen und Daimler vorangetrieben“, heißt es in den Unterlagen. „Die wachsende Bedeutung von Batterien hat die Nachhaltigkeit von Lithium zu einer Schlüsselpriorität für diese Unternehmen gemacht.“ 

Volkswagen bestätigte Reuters in einer E-Mail, dass es die Studie beauftragt hatte. Daimler lehnte eine Stellungnahme ab. 

Die deutschen Autohersteller stehen zunehmend unter dem Druck, die Produktion von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen. Das hat zu einer genaueren Prüfung der Abbauverfahren für Schlüsselmetalle wie Kobalt, Kupfer und Lithium geführt, die in den kommenden Jahren voraussichtlich alle einen Anstieg der Nachfrage verzeichnen werden. 

Reuters berichtete, dass Volkswagen im Januar Atacama besucht hatte, um eine nachhaltige Produktion der wichtigsten Glieder in der eigenen Lieferkette sicherzustellen. 

Den Akten zufolge haben die Arbeiten an der von Volkswagen und Daimler in Auftrag gegebenen „Machbarkeitsstudie“ bereits begonnen, einschließlich Gesprächen mit örtlichen Gemeinden, Aufsichtsbehörden und Bergleuten. 

Ziel der Treffen sei es den Akten zufolge, einen „gemeinsamen Aktionsplan“ zu entwickeln und rechtzeitig „Maßnahmen umzusetzen“, um die wachsenden Bedenken hinsichtlich des Lithiumabbaus in der Region auszuräumen.