Bericht über Sabotage an erstem finnischen LNG-Passagierschiff

| 31. Juli 2019, 1:57

HELSINKI, 30. Juli (WNM/Xinhua). Mitten in die Zeremonie zum Baubeginn des zweiten finnischen Passagierkreuzfahrtschiffs mit Flüssigerdgasantrieb auf der Meyer-Werft in Turku platzten finnische Medien-Berichte über einen Sabotageakt gegen das kurz vor der Fertigstellung stehende erste Schiff.

Der Hintergrund: Die Meyer-Werft in Turku baut die LNG-getriebenen Schiffe für die italienische Costa Cruises-Linie. Die "Costa Toscana" soll 2021 ausgeliefert werden, die "Costa Smeralda" wird bereits im Herbst 2019 den Kai von Turku verlassen. Beide haben eine Bruttoraumzahl von 180.000 und über 2.600 Repräsentationsräume.

Die Feier für die Costa Toscana am Dienstag wurde von den Nachrichten der Lokalzeitung Turun Sanomat überschattet, die besagten, dass in den vergangenen Wochen Sabotage gegen die Sicherheitssysteme der fast fertigen Costa Smeralda stattgefunden hätte.

Tapani Mylly, Mediensprecher der Meyer Werft Turku, sagte der Zeitung, dass die Saboteure wahrscheinlich Werftarbeiter oder Angestellte von Subunternehmern seien. Die Feuerlöscher waren manipuliert worden. Mylly sagte, die Absicht sei "wahrscheinlich lediglich zu stören, da kein Versuch unternommen wurde, das Schiff zu i Brand zu stecken". 

Neil Palomba, der Präsident der Costa Cruises, der die Schiffe bestellt hat, sagte in einer Erklärung, dass "der LNG-Antrieb für Kreuzfahrtschiffe eine neue Ära in der Verwendung von kohlenstoffarmen Kraftstoffen einläutet". Die Erklärung wurde abgegeben, bevor die Nachricht über Sabotage veröffentlicht wurde.

Es gab keine Berichte darüber, dass die LNG-Technologie in der Schifffahrt in Finnland in irgendeiner Weise umstritten wäre. Es gab allerdings Medienberichte über schlechte Arbeitsbedingungen. Die Werft hat neue Leute eingestellt und sagt, dass ihre Auftragsbücher bis 2025 voll seien.

Anita Makinen, eine führende Expertin der finnischen Verkehrssicherheitsbehörde, erklärte, dass die Investitionen in die LNG-Technologie und die erforderliche Infrastruktur die Nutzung fossiler Brennstoffe in der Schifffahrt verlängern würden.

Sie sagte, dass LNG nicht nur die Schwefel- und Stickstoffemissionen verringere, sondern auch die Partikel- und Schwarzkohleemissionen. Verglichen mit der Verwendung von Heizöl reduziert die Verwendung von LNG auch die Kohlendioxidemissionen um ein Drittel, sagte sie dem damaligen nationalen Sender Yle.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO strebt an, die Emissionen bis 2050 gegenüber 2008 um 50 Prozent zu senken.