Ausbau der Windenergie in Deutschland stockt

| 20. September 2019, 22:40

Berlin, 20. September (AFP) - Die im Klimapaket geplante Einführung eines pauschalen Mindestabstands von tausende Metern für Windanlagen an Land zur Wohnbebauung sei "enttäuschend und kontraproduktiv", erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Freitag. Damit würden die Flächenrestriktionen für die Anlagen sogar noch verschärft anstatt abgebaut.

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland stockt. Die Branche forderte jüngst beim Windgipfel bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für den Anlagenbau. 

Als richtig lobte der BDEW den im Klimapaket geplanten höheren Zubau von Meeres-Windparks. Auch das Vorhaben, die bislang bestehende Obergrenze bei der Förderung von Solaranlagen zu streichen, sei zu begrüßen. Die bisherige gesetzliche Regelung sieht vor, dass neue Photovoltaikanlagen nur bis zum Erreichen einer Gesamtkapazität von 52 Gigawatt eine Einspeisevergütung erhalten. Diese Marke ist nach Angaben der Branche bald erreicht.

Auch der Bundesverband Solarwirtschaft zeigte sich erleichtert, dass der Förderdeckel für Solardächer gestrichen werde. So lasse sich "in letzter Minute ein Markteinbruch abwenden", erklärte der BSW-Solar. Unklar bleibe allerdings der Umfang der "dringend notwendigen Beschleunigung" des Photovoltaik-Ausbaus, kritisierte der Verband.

Nach den Plänen der Regierung soll der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent gesteigert werden. Derzeit (im zweiten Quartal 2019) liegt er laut Statistischem Bundesamt bei 46 Prozent.