Deutschland: Preise für Benzin, Heizöl und Gas werden erhöht

| 20. September 2019, 13:07

Berlin, 20. September (WNM) - Der neue Klima-Pakt sieht erhebliche Preiserhöhungen vor: Die Koalitionsparteien haben sich beim ihrem sogenannten "Klima-Gipfel" auf die Verteuerung von Benzin, Öl, Gas und Heizöl vor geeinigt.

Die Höhe der Preissteigerungen ist noch nicht bekannt, laut Medien soll sie „moderat“ sein.

Als Entlastung die höheren Benzin-Preise soll die Pendlerpauschale um fünf Cent je Kilometer von 2021 an erhöht werden, berichtet die FAZ. Pro Entfernungskilometer sollen demnach künftig 35 statt 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden dürfen. Zugleich sollen Bahnfahrten billiger werden - darf also die Deutsche Bahn mit einer Finanzspritze durch den Steuerzahler rechnen. 

Fest steht, dass Ölheizungen verboten werden. Ab 2026 sollen diese Heizungen nicht mehr eingebaut werden dürfen. Der Austausch alter Ölheizungen solle mit bis zu 40 Prozent staatlich gefördert werden, hieß es weiter in Koalitionskreisen.

Rund 9,3 Millionen Haushalte und damit 25,8 Prozent hängen nach Daten des Statistischen Bundesamtes momentan noch am Öl. Rund 5,5 Millionen Öl-Heizungen gibt es laut dem Institut für Wärme und Öltechnik – vor allem auf dem Land.

Auch Gas-Kunden bekommen höhere Rechnungen: Von den rund 13,4 Millionen Gas-Heizungen sind immerhin rund 18 Millionen Haushalte abhängig – das ist mehr als jeder zweite.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat die Beschlüsse der großen Koalition zur Klimapolitik scharf kritisiert. Die Einigung von Union und SPD sei "kein Durchbruch", sondern vielmehr ein "Skandal", erklärte die deutsche Sprecherin der Bewegung Fridays for Future am Freitag. "Während Hunderttausende klimastreiken, einigt sich die GroKo anscheinend auf einen Deal, der in Ambitionen und Wirksamkeit jenseits des politisch und technisch Machbaren liegt", bemängelte sie.