Kategorien Energie

Japan: Neustart eines durch Fukushima-Katastrophe beschädigten Atomreaktors genehmigt

Veröffentlicht am

Tohoku Electric Power hat die erste behördliche Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme eines Reaktors im Kraftwerk von Onagawa erhalten. Der Atommeiler wurde vor acht Jahren durch das Erdbeben und den Tsunami beschädigt, die die Fukushima-Katastrophe verursacht hatten.

TOKIO, 27. November (WNM/Reuters/Aaron Sheldrick/Yuka Obayashi) – Tohoku Electric Power hat am Mittwoch die erste behördliche Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme eines Reaktors im Kraftwerk von Onagawa erhalten. Der Atommeiler wurde vor acht Jahren durch das Erdbeben und den Tsunami beschädigt, die die Fukushima-Katastrophe verursacht hatte.

Tohoku Electric gab in einer Erklärung bekannt, dass die japanische Regulierungsbehörde zum ersten Mal grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors Nr. 2 in Onagawa gegeben hat. Vor dem endgültigen Neustart sind aber noch weitere Zulassungen erforderlich. 

Onagawa war das dem Epizentrum des Erdbebens vom März 2011 nächstgelegene Atomkraftwerk. Das Beben löste damals einen Tsunami aus, der fast 20.000 Menschen tötete und die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986 verursachte. 

Das Kraftwerk wurde damals vom Tsunami überflutet, überstand die Katastrophe jedoch mit einem intaktem Kühlsystem, was die Reaktoren vor der Gefahr einer Kernschmelze wie im Fukushima Daiichi-Kraftwerk von Tokyo Electric Power bewahrte. 

Der Reaktor ist ein Siedewasserreaktor mit demselben Aufbau wie der in Fukushima beschädigte Reaktor. Tohoku Electric rechnet mit 340 Milliarden Yen (3,1 Milliarden US-Dollar) an Investitionen für Sicherheitsvorkehrungen im Werk Onagawa, darunter eine 800 Meter lange und 29 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Mauer, um das Kraftwerk vor möglichen Tsunamis zu schützen. 

Die Katastrophe von Fukushima führte zur Abschaltung der damals 54 Reaktoren in Japan, die einst fast ein Drittel des japanischen Stroms lieferten. Alle mussten nach neuen Standards erneut lizenziert werden.