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Energiewende: Umweltschützer wollen Wasserkraft-Ausbau stoppen

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Eine aktuelle, von Umweltschutzorganisationen beauftragte, Studie zeigt, dass der geplante Wasserkraftausbau die letzten intakten Flusslandschaften Europas bedroht. Alternativen zur Wasserkraft in der Bewältigung der Energiewende nennt die Studie nicht.

danube-gorge-4595191_1920 (Albrecht Fietz/Pixabay)

BRÜSSEL, 28. November (WNM) – Die von den Umweltschutzorganisationen WWF, RiverWatch, GEOTA und EuroNatur in Auftrag gegebene Studie „Hydropower Pressure on European Rivers“ (https://file.wwf.at/d/0d4d1f102a5343a98d60/files/?p=%2FEuropean%20Hydropower%20report%202019.pdf) zeigt, dass der Wasserkraftausbau die letzten intakten Flusslandschaften Europas bedroht. Alternativen zur Wasserkraft in der Bewältigung der Energiewende nennt die Studie nicht.

Die erste europaweite Bestandsaufnahme bestehender und geplanter Wasserkraftwerke zeigt den immensen Druck, unter dem die Flüsse des gesamten Kontinents stehen. Zu den bisher schon bestehenden 21.387 Wasserkraftwerken sollen hauptsächlich in den Alpen und auf dem Balkan weitere 8.785 hinzukommen. Teils unberührte Flüsse – insbesondere auf dem Balkan – würden dadurch zerstört. Über ein Viertel dieser geplanten Kraftwerke (2.500) sind zudem in Schutzgebieten vorgesehen, der Großteil in Nationalparks und Natura 2000-Gebieten.

Konkret fordern die Umweltschutzorganisationen in Anlehnung an den „Green New Deal for Europe“ der EU-Kommission auch einen „Blue Deal for Rivers“. „Neben einem strengen Schutz für die letzten intakten Gewässer und einer breiten Revitalisierungsoffensive braucht es auch einen Stopp von Förderungen für neue Wasserkraftwerke in Schutzgebieten und sensiblen Flusstrecken“, so Gerhard Egger, Gewässerschutzexperte des WWF Österreich. 

„Staudämme für Wasserkraft zerstören Flüsse und ihre Umgebung und tragen erheblich zum Verlust der Artenvielfalt bei. Sie verändern den natürlichen Fluss, blockieren die Fischwanderung – was sich auf die Fischbestände und das Überleben gefährdeter Arten auswirkt – und fangen Sedimente ab, die Flussufer und Deltas vor Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels schützen. Der lokalen Bevölkerung wird zudem buchstäblich das Wasser abgegraben“, sagt die Umweltschutzorganisation EuroNatur.