Versicherer Zurich und Swiss Re ziehen sich aus Kohlegeschäft zurück

| 6. Dezember 2019, 0:01

LONDON, 4. Dezember (WNM) - Die Zahl der Versicherungsunternehmen, die keine Kohlekraftwerke mehr versichern, hat sich 2019 mehr als verdoppelt. Das zeigt eine aktuelle Analyse des NGOs Unfriend Coal (https://unfriendcoal.com/2019scorecard). 

Die Analyse reiht die 30 führenden Versicherer weltweit nach ihren bisher gegen Kohlekraft und Klimawandel gesetzten Maßnahmen. Unfriend Coal bewertet die Unternehmen hinsichtlich der Neuabschlüsse, der Veräußerung von Beteiligungen und anderen Klima-Aspekten. Die Analyse basiert auf Antworten auf eine Umfrage von 24 dieser Unternehmen und auf öffentlich zugänglichen Informationen. 

17 der weltweit größten Versicherungsunternehmen haben angekündigt, sich aus dem Kohlegeschäft zurückziehen zu wollen. Der Großteil davon schließt schon heute keine neuen Versicherungen für Minen und Kraftwerke ab. Einige wenige Versicherer haben sogar die Deckung für bereits existierende Kohleprojekte beendet. 

Die Versicherer haben zusätzlich Investitionen in das Kohlegeschäft in der Höhe von rund 8,9 Billionen US-Dollar veräußert - mehr als ein Drittel (37%) der globalen Vermögenswerte der Branche. Bisher haben mindestens 35 Unternehmen Maßnahmen ergriffen.

Der Unfriend Coal-Bericht zeigt u.a. auf: 

- Neuabschlüsse: Swiss Re und Zurich sind die Pioniere im Ausstieg aus dem Kohlegeschäft und versichern heute schon sowohl keine neuen Kohle-Projekte, also auch keine bestehenden Alt-Projekte mehr. 

- Veräußerung von Beteiligungen: Swiss Re, SCOR und Zurich sind die Vorreiter bei der Veräußerung von Beteiligungen im Kohlegeschäft. Die Unternehmens-Richtlinien verbieten sowohl Kohle- als auch Teersand-Investitionen.