Brasilien: Neue Ölbohrungen statt Umweltschutz

| 11. Dezember 2019, 0:01

MADRID, 10. Dezember (WNM/Reuters/Jake Spring) - Brasilien wird die Ausweitung der Ölbohrungen in einem großen Öl- und Gasgebiet vor der Küste trotz wachsender globaler Klimawandel-Bedenken  vorantreiben, sagte der brasilianische Energieminister Reuters. 

Bento Albuquerque, brasilianischer Minister für Bergbau und Energie, sagte, Brasilien als Entwicklungsland könne „die Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen nicht auflösen“ und daher werde Öl auch in den kommenden Jahren eine wichtige Energiequelle sein. 

Das Land, das in hohem Maße Biokraftstoffe verwendet und einen Großteil der eigenen Energie aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen bezieht, kann die Ölförderung erhöhen und gleichzeitig noch die Ziele des Pariser Abkommens erreichen, sagte Albuquerque. Tatsächlich habe Brasilien den Spielraum das Ziel zu erhöhen, sagte er. 

„Aufgrund der Vielfalt an Energiequellen wird Brasilien die Ziele mit einer gewissen Gelassenheit übertreffen“, sagte der Minister in einem Interview. 

Die brasilianische Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro hat seit seinem Amtsantritt am 1. Januar der wirtschaftlichen Entwicklung Vorrang gegenüber dem Umweltschutz eingeräumt. 

Albuquerque kündigte an, dass die Regierung zwischen August und Oktober nächsten Jahres zwei Explorationsblöcke erneut versteigern werde. Große Ölkonzerne hielten sich hier in der Vergangenheit aufgrund der hohen Zeichnungsgebühren und der marktbeherrschenden Stellung des staatlichen Ölkonzerns Petrobras von der Versteigerung fern.