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Royal Dutch Shell wird selbst gesteckte Umwelt-Ziele wohl nicht erreichen

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Royal Dutch Shell wird die selbst auferlegten Investitionsziele für „grüne“ Energieprojekte in der Höhe von bis zu sechs Milliarden US-Dollar im Zeitraum von 2016 bis Ende 2020 wohl nicht erreichen. Das berichtet der Guardian.

LONDON, 5. Januar (WNM/Guardian) – Royal Dutch Shell wird die selbst auferlegten Investitionsziele für „grüne“ Energieprojekte in der Höhe von bis zu sechs Milliarden US-Dollar im Zeitraum von 2016 bis Ende 2020 wohl nicht erreichen. Das berichtet der Guardian (https://www.theguardian.com/business/2020/jan/03/royal-dutch-shell-may-fail-to-reach-green-energy-targets). 

Das britisch-niederländische Ölunternehmen hat seit dem Start des Geschäftsbereichs „Neue Energien“ im Jahr 2016 schätzungsweise zwei Milliarden US-Dollar für den Aufbau kohlenstoffarmer Energie- und Stromerzeugung ausgegeben. Diese Zahlen liegen deutlich unter den geplanten Gesamtinvestitionen von vier bis sechs Milliarden US-Dollar zwischen 2016 und Ende 2020. 

Obwohl Shell nur ein Zehntel der Gesamtausgaben für „neue Energien“ bereitstellt, zählen die Umwelt-Pläne des Unternehmens zu den engagiertesten der gesamten Ölindustrie. 

Shell kommunizierte Investoren im Jahr 2017, dass das Unternehmen bis Ende 2020 zwischen einer und zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Entwicklung des „sauberen“ Energiegeschäfts ausgeben werde. Laut den Plänen würde Shell bis zu sechs Milliarden US-Dollar für umweltfreundliche Investitionen ausgeben. 

Stattdessen sieht es heute aber danach aus, als werde das Unternehmen nur rund ein Drittel der geplanten Ausgaben erreichen – denn Shell hat nur mehr ein Jahr Zeit, die eigenen Vorgaben zu erfüllen. Bis Ende 2019 sollten laut Shell-Leitlinien mindestens drei Milliarden US-Dollar ausgegeben worden sein.

In denselben vier Jahren gab das Unternehmen aber mehr als 120 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von Projekten für fossile Brennstoffe aus und plant, die Gesamtausgaben Anfang der 2020er Jahre auf 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu erhöhen. Ein Sprecher von Shell lehnte eine Stellungnahme dazu ab. 

Daten von Rystad Energy, einem norwegischen Beratungsunternehmen, zeigen, dass die fünf größten Erdölunternehmen Europas – Shell, BP, Total, Eni und Equinor – insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar für Projekte im Bereich erneuerbare Energien investiert haben – verglichen mit einem Gesamtbudget von fast 90 Milliarden US-Dollar allein im vergangenen Jahr.