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BP verkauft Anteile an Nordsee-Plattformen

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Der Ölkonzern BP verkauft ein Bündel an Nordsee-Anlagen um 625 Millionen US-Dollar an Premier Oil. Der Grund seien steuerschonende Effizienz-Maßnahmen und der Druck, sich aus dem Öl- und Gasgeschäft weiter zurück zu ziehen, schreibt die BBC.

A new module in dock, set to be taken to BP's Andrew Platform (BP Images)

LONDON, 7. Januar (WNM/BBC) – Der Ölkonzern BP verkauft ein Bündel an Nordsee-Anlagen um 625 Millionen US-Dollar. Premier Oil wird die Andrew-Plattform, die BP-Mehrheitsbeteiligung an fünf umliegenden Feldern sowie die Minderheitsbeteiligung an dem von Royal Dutch Shell betriebenen Shearwater-Feld übernehmen. Das berichtet die BBC.

BP sagte der BBC, der Verkauf sei Teil einer „Umgestaltung“ des Nordsee-Portfolios. Die fünf Felder produzieren alle über die Andrew-Plattform. Das Andrew-Portfolio umfasst die Plattform selbst sowie die Felder Andrew, Arundel, Cyrus, Farragon und Kinnoull. 

In den vergangenen Jahren haben sich große Ölkonzerne immer wieder aus „reifen“ Ölfeldern zurückgezogen und diese kleineren Firmen überlassen. 

Große Öl-Unternehmen wie BP an der Effizienz gemessen, mit der sie ihr Kapital einsetzen. Projekte, die mehrere Milliarden US-Dollar kosten, bieten in der Regel größere Skalenerträge. Es macht aus Aktionärssicht also Sinn, Kapital aus älteren Vermögenswerten umzuschichten, um damit größere Projekte auf der ganzen Welt zu realisieren.

Die kleineren Unternehmen befinden sich in einem Nischenmarkt, zielen auf kleinere Reserven ab und suchen nach neuen Lagerstätten in der Nähe bestehender Felder, ohne viel in neue Bausätze investieren zu müssen. 

Der Markt für solche Anlagenverkäufe wurde durch komplexe Steueränderungen im Vereinigten Königreich geschaffen, die sich auf die Verbindlichkeiten für Stilllegungsausrüstungen in der Nordsee auswirken (mehr hier https://world-news-monitor.de/energie/2019/12/20/stilllegung-von-nordsee-oelplattformen-wird-zu-grossem-finanziellem-risiko/).

Auch wächst der Druck auf Großkonzerne sich aus dem Öl- und Gasgeschäft zurückziehen. Kleine Nischenanbieter in der Nordsee sind hier weniger anfällig für den Druck von Klimakampagnen. 

Die Transaktion wird voraussichtlich zum Ende des dritten Quartals des Jahres abgeschlossen.