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USA: Ölkonzerne bewerben Erdgas als Klima-Lösung

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Die Öl-Lobby in den USA startet eine große Kampagne und will sich als Teil der Lösung in der Klimakrise positionieren. Erdgas wird als umweltschonende Alternative zu Kohle beworben.

WASHINGTON (WNM/Guardian) – Die US-Ölkonzerne versuchen, sich als Teil der Lösung in der Klimakrise zu positionieren. Eine aktuelle Kampagne soll einem Vorschlag hochrangiger US-Demokraten, die Verschmutzung durch Kraftwerke und Autos rasch zu verringern, entgegenwirken. Das berichtet der Guardian (https://www.theguardian.com/business/2020/jan/08/oil-companies-climate-crisis-pr-spending).

Die Ölkonzerne kommunizieren, dass Erdgas – ein fossiler Brennstoff, der hitzebindendes Kohlendioxid emittiert – dazu beiträgt, als Alternative zu Kohle die Klimaveränderung zu verlangsamen. 

„Wir bringen unsere Botschaft des Energie-Fortschritts in jede Ecke des Landes, um zu zeigen, was in Washington und den Hauptstädten des ganzen Landes auf dem Spiel steht“, sagte Mike Sommers, CEO des American Petroleum Institute (API). 

Das API vertritt die Öl-Unternehmen in den USA und finanziert die Werbekampagne mit dem Titel „We’re On It“. 

Die Kampagne ist Teil einer Strategie, in der die Ölindustrie Milliarden an US-Dollar in die eigene Verteidigung investiert. 

Sommer prognostiziert eine düstere Zukunft, falls ein Präsidentschaftskandidat die 2020-Wahlen gewinnt, der Erdgas-Fracking verbieten möchte: Millionen Arbeitsplätzen wären verloren, die Energiekosten für US-Haushalte würden um Hunderte Milliarden US-Dollar steigen und eine globale Rezession drohe. 

Das sehen Umweltschützer natürlich anders und sagen, dass der einzige Weg zu erfolgreichen Umweltschutz-Maßnahmen über die Gesetzgebung führe. Der Gesetzgeber sei nicht in der Lage, Gesetze zu erlassen, wenn nicht aufgezeigt werde, wie die Industrie den öffentlichen Dialog über den Klimawandel gesteuert hat und das Vorgehen gestoppt werde.

Zwar sinkt die Klimaverschmutzung in den USA zum großen Teil aufgrund der Umstellung von Kohle auf Erdgas. Doch sind nach Ansicht der Wissenschaftler weitaus drastischere Maßnahmen erforderlich, um den Klimawandel zu verlangsamen. Und Prognosen zeigen, dass Erdgas weitere Fortschritte bedrohe, schreibt der Guardian.