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Kohle-Ausstieg: Erdgas-Lobby fordert Bau neuer Gaskraftwerke

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Deutschland soll bis spätestens 2038 keinen Strom mehr aus Kohle gewinnen. Die deutsche Erdgaswirtschaft fordert Investitionen in neue Gaskraftwerke. Eine alleinige Umrüstung alter Kohlekraftwerke werde nicht ausreichen, um die zukünftige Versorgung zu gewährleisten.

BERLIN, 16. Januar (WNM) – Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der Stromgewinnung aus Stein- und Braunkohle aussteigen. Das sieht eine Vereinbarung von Bundesregierung, Ländern und Unternehmen vor. In den Jahren 2026 und 2029 solle geprüft werden, ob Stilllegungsdaten nach 2030 um je drei Jahre vorgezogen werden können – damit vielleicht doch schon 2035 komplett Schluss sei. Die Betreiber erhalten für das vorzeitige Abschalten Entschädigungen von insgesamt 4,35 Milliarden Euro. 

Zur zukünftigen Versorgungssicherheit des Landes hatte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, mitgeteilt, dass „zusätzliche 2 Gaskraftwerkskapazitäten den Wegfall großer Mengen regelbarer Energie an bisherigen Kraftwerksstandorten ersetzen“ sollen (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/B/bund-laender-einigung-zum-kohleausstieg.pdf?__blob=publicationFile&v=8).

Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS, sagte dazu, dass zwar zusätzliche Gaskraftwerkskapazitäten an bisherigen Kohlekraftwerksstandorten geplant seien, dem Strommarkt mit dem Ausbau des Gaskraftwerksparks schon die nächste große Aufgabe bevorstehe.

„Laut Beschluss sind zusätzliche Gaskraftwerkskapazitäten an den bisherigen Kohlekraftwerksstandorten geplant. Eine Umrüstung alter Kohlekraftwerke allein wird jedoch nicht ausreichen, um die Versorgung zukünftig auch an kalten Wintertagen zu gewährleisten. Was wir daher brauchen, ist ein Rahmen, der Investitionen in neue Gaskraftwerke anreizt und den Umbau des Energiesystems vollendet“, sagte Kehler.