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Klimawandel: Fossile Energie-Vorkommen werden Großteils wertlos

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Riesige Mengen an Öl-, Gas- und Kohlevorkommen dürften wohl niemals gefördert werden. Diese „gestrandeten Vermögenswerte“ könnten bis zu 900 Milliarden US-Dollar ausmachen, schreibt die Financial Times.

LONDON, 6. Februar (WNM/ Financial Times) – Riesige Mengen an Öl-, Gas- und Kohlevorkommen dürften wohl niemals gefördert werden. Diese „gestrandeten Vermögenswerte“ könnten bis zu 900 Milliarden US-Dollar ausmachen, schreibt die Financial Times. 

Die Emissions-Kritik globaler Investoren hat zu einer Verlagerung der Investitionen weg vom traditionellen Energiesektor hin zu erneuerbaren Energien geführt. 

Dieser Schritt wird zu einem großen Problem für Energiekonzerne wie Royal Dutch Shell, BP und Saudi Aramco, schreibt die Financial Times: Riesige Mengen ihrer Öl-, Gas- und Kohlevorkommen dürften wohl niemals gefördert und verbrannt werden, denn das könnte die globale Erwärmung weiter verschärfen. Das könnte zu einer großen Anzahl an sogenannten „gestrandeten Vermögenswerten“ (stranded assets) führen. 

Im großen Kontext der Klimakrise könnten die Kosten für die Abschreibung von gestrandeten Vermögenswerten als geringer Preis gesehen werden. Trotzdem wären die Kosten gewaltig: Nach Schätzungen der Financial Times würden rund 900 Milliarden US-Dollar – oder ein Drittel des aktuellen Wertes großer Öl- und Gasunternehmen – verpuffen, wenn die Regierungen an den ambitionierten Klima-Zielen eines Temperaturanstiegs von nicht mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau festhalten würden. 

Aber auch der Fall eines „nur“ 2 Grad Celsius-Temperaturanstiegs, auf den sich die Staaten im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 geeinigt haben, würde für die Energieunternehmen Abschreibungen der Hälfte ihrer gesamten fossilen Energie-Reserven als gestrandete Vermögenswerte bedeuten. 

Bei einem Klimaziel von 1,5 Grad Celsius wären mehr als 80 Prozent der gesamten Kohlenwasserstoff-Vermögenswerte wertlos.