Indexfonds: Passive Geldanlage fördert Investitionen in fossile Brennstoffe

| 11. Februar 2020, 6:15

LONDON, 10. Februar (WNM/Financial Times) – Mit dem massiven Wachstum von passiven Indexfonds wird auch in der Zukunft automatisch Geld in fossile Brennstoffe fließen. 

Das Wachstum von passiven Indexfonds wie ETFs untergräbt die Bemühungen von Umweltaktivisten, Anleger davon zu überzeugen, nicht mehr in Öl- und Gasunternehmen zu investieren. 

Denn solange Anleger nicht dezidiert Fonds wählen, die fossile Brennstoffe ausschließen, fließen die Investorengelder weiterhin in die beliebten Indexfonds, die einen bestimmten Börsenindex möglichst exakt nachbilden. Damit werden Fonds-Anbieter wie BlackRock auch in der Zukunft zu den größten Eigentümern von Ölunternehmen weltweit zählen. Das schreibt die Financial Times.

Außerdem widerspreche der Ausschluss von Investitionen aufgrund von Kohlendioxidausstoß der Logik der passiven Geldanlage, dass man nicht selbst über potenzielle Gewinner oder Verlierer entscheidet.

Für Öl- und Gasunternehmen bietet der passive Index-Trend eine Chance: Denn egal wie schlecht die Performance ist – solange die Firmen in den richtigen Fonds aufscheinen, können sie sich auf konstante Geldzuflüsse verlassen.

Eine mögliche Reaktion darauf zeigte der New Zealand Superannuation Fund im Jahr 2017:  Um die CO2-Belastung zu verringern, hat der Fonds in Zusammenarbeit mit MSCI Indizes erstellt, in denen Unternehmen mit niedrigen CO2-Emissionen höher gewichtet werden als stark umweltverschmutzende Firmen, schreibt die Financial Times.