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„Klimaneutral“: Britische Werbeaufsicht prüft Werbeversprechen von Shell

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Die britische Werbeaufsicht hat eine Untersuchung von Werbeversprechen des Ölkonzerns Royal Dutch Shell eingeleitet. Shell wirbt damit, dass die Kunden an den Tankstellen „klimaneutral fahren“ können.

LONDON, 2. März (WNM/Reuters/Matthew Green/Andrew R.C. Marshall) – Die britische Werbeaufsicht hat eine Untersuchung von Werbeversprechen des Ölkonzerns Royal Dutch Shell eingeleitet. Shell wirbt damit, dass die Kunden an den Tankstellen „klimaneutral fahren“ können. 

Die Herausforderung für die Shell-Werbekampagne zeigt das Dilemma, in dem sich Öl- und Gas-Unternehmen befinden, wenn sie ihre Produkte vermarkten, obwohl weltweit zunehmend Bedenken hinsichtlich der Rolle fossiler Brennstoffe im Klimawandel bestehen. 

Shell hatte im Oktober verlautbart, dass es die Kohlendioxidemissionen aus den Kraftstoffeinkäufen der Kunden an den Tankstellen ohne zusätzliche Kosten durch die Unterstützung von Forstprogrammen in Zukunft ausgleichen werde. 

Die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) erklärte, sie habe eine Untersuchung der Shell-Radiowerbung eingeleitet, nachdem sich 17 Hörer beschwert hatten und diese für „irreführend“ hielten.

„Wir haben eine formelle Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob die Radiowerbung in Bezug auf dieses Angebot genügend Informationen enthält, und werden unsere Ergebnisse zu gegebener Zeit veröffentlichen“, sagte Freddie Alcock, Medienbeauftragter bei der ASA, zu Reuters.

Im vergangenen Jahr untersuchte die Werbeaufsicht Kampagnen des norwegischen Öl- und Gasunternehmen Equinor, nachdem Beschwerden über eine Anzeige in der Londoner U-Bahn eingegangen waren. Equinor hatte damit geworben, dass Erdgas eine „kohlenstoffarme“ Energiequelle sei. 

Der Fall wurde informell gelöst, indem Equinor sich bereit erklärte, die Behauptung in zukünftigen Kampagnen nicht zu wiederholen, sagte die ASA.