Weltweite CO2-Emissionen aus dem Energiesektor sind 2019 um zwei Prozent gesunken

| 10. März 2020, 6:10

LONDON, 9. März (WNM/Reuters/Nina Chestney) - Die globalen Kohlendioxidemissionen (CO2) des Energiesektors sind im vergangenen Jahr um zwei Prozent gesunken. Das ist der größte Rückgang seit 1990, da der Kohleverbrauch in Europa und den USA gesunken ist, zeigt eine Studie. 

Die Kohleverstromung ging weltweit um drei Prozent zurück, wie Untersuchungen des unabhängigen Klima-Think-Tanks Ember zeigen. Der Rückgang in Europa betrug 24 Prozent, was auf die Umstellung auf erneuerbare Energien zurückzuführen ist. Die Emissionen der Kohlekraftwerke in den USA gingen um 16 Prozent zurück. In China hingegen zeigte sich ein Anstieg der CO2-Emissionen. In dem Land steht die Hälfte aller Kohlekraftwerke weltweit. 

Insgesamt wurde der Rückgang des Kohleverbrauchs im vergangenen Jahr und die Umstellung auf erneuerbare Energien durch Faktoren wie billiges Gas, dem Neustart von Kernkraftwerken in Japan und Südkorea und der Verlangsamung der Stromnachfrage unterstützt, heißt es in dem Bericht. 

Die Kohleerzeugung müsste aber um elf Prozent pro Jahr sinken, um eine Erwärmungsgrenze von 1,5 Grad Celsius zu erreichen. 

„Der weltweite Rückgang der Emissionen im Kohle- und Stromsektor ist eine gute Nachricht für das Klima. Die Regierungen müssen den Wandel aber dramatisch beschleunigen, damit die globale Kohleerzeugung in den 2020er Jahren zusammenbricht", sagte Dave Jones, Hauptautor des Berichts und Stromanalyst bei Ember. „Um von Kohle auf Gas umzusteigen, muss nur ein fossiler Brennstoff gegen einen anderen ausgetauscht werden", fügte er hinzu. 

Die Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie stieg im vergangenen Jahr um 270 Terrawattstunden oder 15 Prozent. Diese Wachstumsrate müsste jedes Jahr beibehalten werden, um die Klimaziele im Rahmen des Pariser Abkommens zu erreichen.

Der Bericht untersuchte Daten, die 85 Prozent der weltweiten Stromerzeugung abdecken, und verwendete fundierte Schätzungen für die verbleibenden 15 Prozent.