Doppelmoral: BlackRock blockiert Umweltziele bei Ölfirmen

| 18. Mai 2020, 7:45

LONDON, 28. Mai (WNM/Financial Times) –BlackRock wird Doppelmoral vorgeworfen: Der Vermögensverwalter hatte sich geweigert, wegweisende Umweltbeschlüsse bei zwei großen australischen Ölunternehmen zu unterstützen, schreibt die Financial Times. Noch im Februar dieses Jahres hatte BlackRock den großen Wandel in Richtung nachhaltiges Investieren verkündet und Details der neuen Strategie präsentiert (https://world-news-monitor.de/klima/2020/03/02/blackrock-nachhaltiges-investieren-wird-fuer-zukuenftige-renditen-sorgen/). 

CEO Larry Fink hatte damals erklärt, das Abstimmungsverhalten bei Jahreshauptversammlungen hinter dem rund 6,5 Milliarden US-Dollar Fondsvolumen werde eingehend geprüft und die Nachhaltigkeit der Investments in das Zentrum des Anlageprozesses gestellt. Fink sagte, dass der Klimawandel zu einer „grundlegenden Umgestaltung“ führen könne.

Aktivisten argumentierten jedoch, dass es sich dabei nur um „Lippenbekenntnisse“ gehandelt habe: BlackRock hatte nämlich gegen Resolutionen gestimmt, in denen Woodside Energy und Santos aufgefordert wurden, Ziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen festzulegen. 

Rund 43 Prozent der Investoren befürworteten letztendlich die Resolution, wonach Santos Umweltziele festlegen müsse. Das war das erste Mal weltweit, dass eine zielbasierte Resolution ein so hohes Maß an Unterstützung erhalten habe, schreibt die Financial Times. Mehr als die Hälfte der Investoren befürworteten einen ähnlichen Antrag bei Woodside.

Die starke Unterstützung kam nach den verheerenden Buschbränden in Australien, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Es wurde deutlich, wie große Investoren Unternehmen für den Klimawandel zur Rechenschaft ziehen können. 

BlackRock sagte zur FT, das Abstimmungsverhalten basierte auf Gesprächen mit den Ölunternehmen und deren Reaktion auf Bedenken der Anleger. Der Vermögensverwalter warnte davor, dass es im nächsten Jahr ähnliche Resolutionen unterstützen könnte, wenn sich die Geschäfte nicht ändern würden. 

BlackRock habe in diesem Jahr gegen 25 einzelne Direktoren und zwei Resolutionen gestimmt, um Gremien wegen Umweltproblemen zu entlassen - darunter bei Fortland in Finnland und bei der National Fuel Gas Company in den USA. 

Der Vermögensverwalter sagte, er unterstütze die zugrunde liegenden Ziele der Klima-Resolutionen, wies jedoch auf Bedenken hinsichtlich der Einbeziehung von „Scope 3“ oder Kundenemissionen hin. „Die Komplexität der sinnvollen Definition und Implementierung von Scope-3-Zielen wird einige Zeit in Anspruch nehmen“.