Wendepunkt erreicht: Strom aus Wind und Sonne günstiger als aus Kohle

| 2. Juni 2020, 8:29

LONDON, 2. Juni (WNM/Reuters/Matthew Green) - Die sinkenden Kosten für erneuerbare Energien markieren einen Wendepunkt im weltweiten Übergang zu kohlenstoffarmer Energie, schreibt Reuters. Mittlerweile sei es günstiger neue Solar- oder Windparks zu errichten als bestehende Kohlekraftwerke weiter zu betreiben. 

Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlichte am Dienstag einen Bericht, in dem die Agentur schreibt, dass die attraktiven Preise für erneuerbare Energien im Verhältnis zur Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen es den Regierungen ermöglichten könnten, eine umweltfreundliche wirtschaftliche Erholung nach dem Schock der Coronavirus-Pandemie zu erreichen. 

„Wir haben einen wichtigen Wendepunkt in der Energiewende erreicht", sagte Francesco La Camera, Generaldirektor von IRENA, in einer Erklärung.

Obwohl Wissenschaftler sagen, dass die Welt einen viel schnelleren Übergang in Richtung erneuerbare Energien umsetzen muss, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu mildern, zeigt der Jahresbericht der Agentur, dass Wind und Sonne allein in Bezug auf den Preis zunehmend wettbewerbsfähig werden. 

Mehr als die Hälfte der 2019 hinzugefügten erneuerbaren Kapazitäten erzielte niedrigere Stromkosten als die günstigsten neuen Kohlekraftwerke, so der Bericht. Die Auktionsergebnisse deuten auch darauf hin, dass die durchschnittlichen Kosten für den Bau neuer Solarphotovoltaik und Onshore-Windenergie jetzt günstiger sind als der Betrieb vieler bestehender Kohlekraftwerke, was die Argumente für den Ausstieg aus der Kohle verstärkt, heißt es in dem Bericht. 

Die Autoren errechneten, dass die Welt durch die Verwendung von Onshore-Wind- und Solar-PV bis zu 23 Milliarden US-Dollar Stromkosten pro Jahr einsparen könnte. Damit könnten die teuersten 500 Gigawatt Kohlekraft ersetzt werden, die hauptsächlich in China, Indien, der Ukraine, Polen, Südkorea, Japan, Deutschland und den Vereinigten Staaten zu finden sind. 

Ein solcher Wandel würde auch die globalen Kohlendioxidemissionen um etwa fünf Prozent senken, so der Bericht. Im nächsten Jahr könnten sich bis zu 1.200 GW vorhandene Kohlekapazität als teurer erweisen als die Kosten für den Bau neuer Solar-PV-Parks.