Tanken war im Mai um 21 Prozent günstiger als im Vorjahr

| 8. Juli 2020, 9:50
Preisentwicklung für Mineralölprodukte in Deutschland (Statistisches Bundesamt)

WIESBADEN, 8. Juli (WNM/Destatis) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise für Kraftstoffe im Mai 2020 infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt um 20,7 % niedriger als im Mai 2019. Derart niedrig waren die Preise letztmalig zu Beginn des Jahres 2016.

Es gibt jedoch erste Indizien dafür, dass Tanken für Verbraucherinnen und Verbraucher wieder teurer wird: So stiegen die Importpreise für Erdöl von April bis Mai 2020 um 34,2 % und die für Mineralölerzeugnisse um 8,1 %. Diese Preissteigerungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen sind im Juni 2020 bereits auf der Ebene der Verbraucherpreise angekommen. 

Nach den bereits für einige Bundesländer vorliegenden Daten müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher für Kraftstoffe im Juni 2020 regional unterschiedlich zwischen 4 % und 6 % mehr bezahlen als im Mai 2020. Trotz des Preisanstiegs liegen die Kraftstoffpreise aber weiterhin deutlich unter den Preisen des Vorjahres. 

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise erwarten Verkehrsverbände eine Zunahme des Autotourismus und eine Reisewelle auf den deutschen Straßen und Autobahnen. Wo Flugreisen in die Ferne ausfallen, könnte das ohnehin häufig gewählte Verkehrsmittel weiteren Zuspruch erfahren. Zumal die Urlaubsreise mit dem Auto für Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell vergleichsweise günstig ist. 

Seit zehn Jahren in Folge begibt sich fast die Hälfte der Deutschen mit dem Pkw auf die Reise ins Ausland. Im Jahr 2019 lag deren Anteil bei 42 %. Fast genauso viele Reisende wählten 2019 das Flugzeug (41 %) während nur 4 % mit dem Zug verreisten. Besonders Reisende mit Kindern bevorzugen den Pkw: 52 % fuhren 2019 mit dem Auto in den Urlaub. Im Unterschied dazu lag der Anteil der Autoreisenden ohne Kinder bei 36 %.  

Die Wahl des Autos für die Urlaubsreise liegt aufgrund der hohen Verfügbarkeit nahe: Im Durchschnitt verfügten 2019 mehr als drei Viertel aller Haushalte in Deutschland über einen Pkw (77 %). Auch bei einem vergleichsweise niedrigen monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1 300 Euro bis 1 700 Euro hatten 69 % der Haushalte ein Auto. Bei einem Einkommen unter 1 300 Euro waren es noch 42 %.