Trump erhöht Druck auf Iran: Wird Öl jetzt knapp?

| 23. Juli 2026, 12:48

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den Ton gegenüber Iran deutlich verschärft. Laut Naked Capitalism kündigte Teheran wirtschaftliche Gegenmaßnahmen an, sollte der Ölexport weiter blockiert werden. Die USA verstärken unterdessen ihre Militärpräsenz in der Golfregion. Nakded Capitalism analysiert: „Trump verschärft die Rhetorik weiter und stellt weitere Kriegsverbrechen in Aussicht, während die USA Berichten zufolge zusätzliches Gerät in das Einsatzgebiet verlegen. Wie sich zeigen wird, reagierten hochrangige iranische Vertreter prompt und scharf; sie kündigten Gegenmaßnahmen an, die wirtschaftlich verheerende Folgen hätten. Die neue Devise lautet: Wenn der Iran sein Öl nicht ungehindert exportieren kann, wird dies auch keinem anderen Staat im Nahen Osten möglich sein."

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Ghalibaf twitterte: „In einer Region, in der Iran kein Öl verkauft, wird niemand anderes Öl verkaufen.“ Auch Außenamtssprecher Nasser Kanaani kritisierte gezielte US-Angriffe auf iranische Nuklearziele als Verletzung internationalen Rechts („Tasnim News Agency“, 12. Juni 2026). Er warf den USA vor, Irans Fortschritte verhindern zu wollen. Marktbeobachter registrieren infolgedessen deutliche Preissprünge an den internationalen Ölmärkten.

Laut Bloomberg hat zusätzlich die von Ansar Allah verhängte Blockade saudi-arabischer Tanker im Roten Meer die Situation verschärft. Das iranische Militär bekräftigte, jedes weitere US-Vorgehen gegen iranische Schiffe werde mit Gegenschlägen auf regionale Energieinfrastruktur beantwortet. Brigadegeneral Amir Mohammad Akraminia erklärte laut iranischer Nachrichtenagentur IRNA am 13. Juni 2026, Iran sei „bereit, neue Strategien zu ergreifen, falls die Angriffe der USA andauern.“

Zudem warnt das US-Energieministerium in seinem jüngsten Bericht, dass die nationale Ölreserve (Strategic Petroleum Reserve) bereits kritischer gefüllt sei als bislang erwartet. Der Energieanalyst Bob McNally (Rapidan Energy Group) warnte in einem Gastbeitrag bei „Foreign Policy“ am 14. Juni 2026, dass eine weitere Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise nochmals deutlich in die Höhe treiben könnte: „Sollte der Konflikt in eine neue Runde gehen, drohen massive Preissprünge und Engpässe.“

Quellen: - Naked Capitalism, 12.06.2026 - Bloomberg, 21.06.2026 - IRNA, 13.06.2026 - Tasnim News Agency, 12.06.2026 - U.S. Department of Energy, Monatsbericht, Juni 2026 - Foreign Policy (McNally), 14.06.2026