Deutsche Bank will 200 Milliarden Euro „nachhaltig“ finanzieren und investieren

| 14. Mai 2020, 6:30

FRANKFURT, 13. Mai (WNM/Deutsche Bank) - Die Deutsche Bank hat erstmals quantifizierbare Ziele veröffentlicht, wie sie ihr Geschäft im Bereich Nachhaltigkeit (Environmental, Social, Governance/ESG) ausweiten will. Bis Ende 2025 soll das Volumen an ESG-Finanzierungen sowie der Bestand an verwaltetem Vermögen in nachhaltigen Anlagen auf insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro steigen.

„Aus tiefster Überzeugung wollen wir den globalen Wandel zu einer nachhaltigen, klimaneutralen und sozialen Wirtschaft mitgestalten“, sagt Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing. „Das Ziel von 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen und Investments ist im Branchenvergleich ambitioniert.“

Die Mindestsumme von 200 Milliarden Euro innerhalb von sechs Jahren umfasst einerseits die bis Ende 2025 vergebenen Kredite und Anleihen, die in diesem Zeitraum von der Deutschen Bank platziert werden. Andererseits zählt dazu der Bestand an nachhaltig investiertem Vermögen, den die Privatkundenbank im Jahr 2025 verwalten wird. 

Allein seit Jahresbeginn hat die Bank für ihre Kunden in 22 Transaktionen ESG-Anleihen über fast 3,5 Milliarden Euro platziert. Dazu zählen grüne Anleihen, Sozialanleihen, Nachhaltigkeitsanleihen und an Nachhaltigkeitskriterien gebundene Bonds. Derzeit belegt die Deutsche Bank damit den zehnten Platz in der Rangliste für nachhaltige Anleihen weltweit.

Die Deutsche Bank kann sich ab sofort über eigene grüne Anleihen refinanzieren und hat dafür ihr eigenes Rahmenwerk verabschiedet. Damit will sie den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen fördern. Bereits in diesem Jahr plant die Bank, in Abhängigkeit von den Marktbedingungen, die erste eigene grüne Anleihe zu begeben.

Zu „grünen“ Vermögenswerten gehören Darlehen und Investitionen in Unternehmen, Vermögenswerte oder Projekte aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und sogenannte grüne Gebäude, die nach ökologischen und nachhaltigen Standards gebaut sind. Das Rahmenwerk für grüne Anleihen der Bank folgt dabei den Grundsätzen für grüne Anleihen der International Capital Market Association (ICMA) und den neuesten Leitlinien der Technischen Expertengruppe der EU zur EU-Taxonomie.

Der eigenständige Berater Institutional Shareholder Services ESG (ISS ESG) hat ein unabhängiges Gutachten zum Rahmenwerk erstellt. Bei der Prüfung hat das Beratungshaus auch die ESG-Leistung der Deutschen Bank bewertet und sie mit einem Rating von „C“ als „Prime“ eingestuft. Damit liegt die Deutsche Bank auf dem achten Platz von 281 bewerteten Unternehmen in der Kategorie Finanzunternehmen/Banken und Kapitalmarkt.

Auch in ihrem eigenen Betrieb will die Deutsche Bank noch nachhaltiger werden. Bis spätestens 2025 beabsichtigt sie, ihren gesamten Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Ende des vergangenen Jahres stammten knapp 80 Prozent ihres Stromverbrauchs weltweit aus erneuerbaren Quellen. Bereits seit 2012 arbeitet die Deutsche Bank klimaneutral. Dank Energieeffizienzmaßnahmen konnte die Bank ihren Stromverbrauch um mehr als ein Viertel senken. Um die verbleibenden Treibhausgas-Emissionen auszugleichen, kauft die Bank geprüfte Emissionsminderungszertifikate.

Um das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich im Unternehmen zu verankern, wird die Deutsche Bank die sogenannten Äquator-Prinzipien unterschreiben. Sie enthalten Vorgaben für eine sorgfältige Umwelt- und Sozialprüfung (Due Diligence) bei Projektfinanzierungen.

Außerdem plant die Deutsche Bank, bis zur Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal eine neue Öl- und Gasrichtlinie zu verabschieden, die einen klaren Rahmen für Finanzierungen und Investitionen in diesem Bereich setzt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Deutsche Bank zahlreichen Nachhaltigkeitsprogrammen angeschlossen – von der Teilnahme am UN Global Compact seit dem Jahr 2000 bis hin zur Unterzeichnung der UN-Grundsätze für ein verantwortungsbewusstes Bankgeschäft im September 2019.