Kategorien Umwelt

Folge von Atombomben-Tests: Gletscher in der Antarktis setzen immer noch radioaktives Chlor frei

Veröffentlicht am

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Gletscher und Eisplatten in der Antarktis immer noch radioaktives Chlor freisetzen.

Washington, 16. Oktober (WNM) – Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Gletscher und Eisplatten in der Antarktis immer noch radioaktives Chlor freisetzen. Diese Chemikalie wurde in den 1950er und 1960er Jahren für marine Atomwaffentests verwendet. Die Studie wurde im Journal of Geophysical Research: Atmospheres der AGU veröffentlicht.

Diese neuen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Teile der Region radioaktive Elemente auf andere Weise speichern und entlüften als bisher angenommen.

Heutzutage verwenden Wissenschaftler die radioaktiven Isotope Chlor-36 und Beryllium-10, um festzustellen, wie alt Eis in Eisbohrkernen ist. Diese Kerne sind Eisfässer, die durch Bohren in Eisplatten aus dem Boden entfernt werden.

Chlor-36 ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Isotop, was bedeutet, dass es sich in der Atommasse von normalem Chlor unterscheidet. Es kann manchmal durch nukleare Explosionen erzeugt werden.

In den 1950er und 1960er Jahren führten die USA Atomwaffentests im Pazifik durch. Diese Tests verursachten hohe Konzentrationen von Isotopen wie Chlor-36. Als sich diese radioaktiven Isotope in Gas verwandelten und in die Stratosphäre aufstiegen, landeten einige im Eis der Antarktis. Es ist dort seitdem geblieben.

Diese neue Studie hat herausgefunden, dass die Region Wostok in der Antarktis immer noch radioaktives Chlor in die Atmosphäre abgibt.