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Studie: Luftverschmutzung fördert Depressionen und Suizide

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Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass eine bessere Luftqualität Millionen Menschen vor Depressionen bewahren könnte.

LONDON, 31. Januar (WNM/Guardian) – Menschen, die in stark verschmutzter Luft leben müssen, sind häufiger depressiv und suizidgefährdet. Das zeigen globale Daten und Studien, berichtet der Guardian.

Ein Rückgang der globalen Luftverschmutzung auf das in der EU erlaubte Limit könnte Millionen Menschen vor einer Depression bewahren, sagt die Studie. Die Annahme der Studie ist, dass verschmutzte Luft signifikant zu Depressionen beiträgt. Die Wissenschaftler gehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus – auch wenn es nur schwer gänzlich belegbar ist. 

„Wir haben gezeigt, dass Luftverschmutzung unsere geistige Gesundheit erheblich schädigen kann. Das zeigt den dringenden Handlungsbedarf“, sagte Isobel Braithwaite vom University College London (UCL), die die Forschungsarbeit leitete, zum Guardian.

Die in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlichte Studie verwendete strenge Qualitätskriterien, um Forschungsdaten aus 16 Ländern auszuwählen und zu bündeln, die bis 2017 veröffentlicht wurden.  Daraus ergab sich ein signifikanter statistischer Zusammenhang zwischen verschmutzter Luft, Depression und Suizid.

Die in der Studie analysierten Daten bezogen sich auf Depressionen mit Luftverschmutzungspartikeln, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind (entsprechend 0,0025 Millimeter und als PM2,5 bekannt). Menschen, die ein Jahr oder länger einem Anstieg des PM2,5-Spiegels um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) ausgesetzt waren, hatten ein um 10 Prozent höheres Risiko an Depressionen zu erkranken. Die PM2,5-Werte in Städten reichen von 114 µg/m3 in Delhi (Indien) bis zu nur 6 µg/m3 in Ottawa (Kanada). 

Die verfügbaren Daten zum Suizidrisiko betrafen Partikel im Bereich von bis zu 10 Mikrometern (PM10). Die Forscher stellten einen kurzfristigen Effekt fest, bei dem ein Anstieg von 10 µg/m3 über drei Tage das Suizidrisiko um 2 Prozent erhöhte.