EU will Bio-Landwirtschaft deutlich ausbauen

| 22. Mai 2020, 8:54

BRÜSSEL, 22. Mai (WNM/Reuters/Kate Abnett /Marine Strauss) – Die Europäische Kommission plant den Ausbau der Bio-Landwirtschaft und eine Reduktion von landwirtschaftlichen Chemikalien zum Schutz der Umwelt. 

Die Landwirtschaft trägt zum Klimawandel bei und verursacht rund zehn Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU. Gleichzeitig kämpfen die europäischen Landwirte mit intensiveren Dürren und Überschwemmungen. 

Die EU-Kommission schlägt Ziele zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme und zur Steuerung der Landwirtschaft in Richtung des EU-weiten Ziels vor, die Nettoemissionen bis 2050 auf Null zu senken. 

„Wenn uns die Coronakrise etwas gelehrt hat, dann dass wir unsere Beziehung zur natürlichen Umwelt neu abstimmen müssen. Wir müssen widerstandsfähiger werden", sagte EU-Klimachef Frans Timmermans und verwies auf die Corona-Pandemie, die Fragen über die Beziehung zwischen menschlicher Aktivität und der Natur aufwirft. 

Die Kommission will den Einsatz chemischer Pestizide um 50 Prozent, den Einsatz von Düngemitteln um 20 Prozent und den Verkauf von antimikrobiellen Mitteln - einer Kategorie von Substanzen, die Antibiotika enthalten - für die Tier- und Fischzucht bis 2030 um 50 Prozent senken. 

Andere Ziele befassen sich mit der Landbewirtschaftung. Der Anteil des Bio-Landbaus sollte 2030 25 Prozent betragen, während 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für Landschaften mit „großer Vielfalt“ wie Teiche und Hecken genutzt werden müssen. 

Die Ziele sind noch nicht rechtsverbindlich und werden einer Folgenabschätzung unterzogen, sagte die Kommission. Dies würde auch für EU-Naturschutzziele gelten, die 2021 in Kraft treten sollen, sagte EU-Umweltchef Virginijus Sinkevicius.