Nachhaltiges Investieren kann globale Emissionen nicht stoppen

| 28. Juni 2020, 6:10

LONDON, 27. Juni (WNM/Economist) – Nachhaltige, „grüne“ Investitionen sind seit einiger Zeit ein Trend – getrieben vom Druck der Aufsichtsbehörden und Kunden sowie der zunehmenden Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Dieser Trend könnte eine treibende Kraft im Kampf gegen den Klimawandel sein. 

Aber es gibt Grenzen, wie viel tatsächlich durch nachhaltiges Investieren bewegt werden kann, zeigt eine Analyse des Economist. 

Die Treibhausgas-Emissionen von über 5.000 börsennotierten Unternehmen weltweit entsprechen rund 10 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Ein Viertel davon wird von börsennotierten Unternehmen ausgestoßen, die sich mehrheitlich im Besitz von Staaten befinden. Damit verbleiben acht Gigatonnen an Emissionen, die die Aktienmärkte direkt beeinflussen können – das sind 14 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen.

Investoren und Fondsmanager haben somit einen gewissen Einfluss auf einen großen Teil der Wirtschaft – aber der Großteil der weltweiten Emissionen entstehen außerhalb dieses Wirkungsbereiches. Es ist nämlich nicht möglich, staatlich kontrollierte chinesische Kohlekraftwerke oder Öl- und Gasproduzenten im Nahen Osten direkt zu beeinflussen. 

Die Rolle, die Investoren bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen können, sollte also überbewertet werden.