Mysteriöses Elefantensterben in Afrika

| 3. Juli 2020, 6:20
Elephant (Christine Sponchia from Pixabay)

BOTSWANA, 3. Juli (WNM/Guardian) – Mehr als 350 Elefanten sind bislang im Norden Botswanas verendet. Das mysteriöse Massensterben bezeichnen Wissenschaftlern bereits als „Naturschutzkatastrophe“.

Anfang Mai wurde im Okavango-Delta erstmals eine Gruppe von 169 toten Elefanten gemeldet. Bis Mitte Juni hatte sich die Zahl mehr als verdoppelt, schreibt der Guardian. 

„Das ist ein Massensterben auf einem Niveau, das seit sehr langer Zeit nicht mehr beobachtet wurde. Außer in Dürre-Zeiten kenne ich kein so bedeutendes Artensterben“, sagte Dr. Niall McCann, Direktor für Naturschutz bei National Park Rescue. 

Die Regierung von Botswana hat bislang noch keine Tests durchgeführt. Somit gibt es keine Informationen darüber, was die Todesfälle verursacht hat oder ob diese ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen könnten. 

Die beiden wahrscheinlichsten Ursachen sind Vergiftungen oder ein unbekannter Erreger. Anthrax - ursprünglich als wahrscheinlichste Ursache angesehen - wurde bereits ausgeschlossen. 

Lokale Zeugen sagten, dass einige Elefanten im Kreis herumlaufen sahen, was ein Hinweis auf eine neurologische Beeinträchtigung sei. 

„Wenn Sie sich die Kadaver ansehen, sind einige von ihnen direkt auf das Gesicht gefallen, was darauf hinweist, dass sie sehr schnell gestorben sind. Andere sterben offensichtlich langsamer, wie diejenigen, die herumwandern“, sagte McCann. 

Laut lokalen Berichten sind Elefanten jeden Alters und beiderlei Geschlechts gestorben. Einige lebende Elefanten wirkten schwach und abgemagert, was darauf hindeutet, dass in den kommenden Wochen weitere sterben werden. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte sogar noch höher sein, da Kadaver laut Naturschützern schwer zu erkennen sind. 

Eine Cyanid-Vergiftung, die in Simbabwe häufig von Wilderern angewendet wird, bleibt eine Möglichkeit – jedoch scheinen fressende Tiere an den Kadavern nicht zu sterben.

„Es gibt keinen Präzedenzfall dafür, dass dies ein natürliches Phänomen ist, aber ohne geeignete Tests wird es niemals bekannt sein“, sagte McCann.